Songtitel wie „Heavy Metal“, „Devil’s Children“, „Swedish Iron“, „The Steel Is Sacred“. Ein Demo, das im Jahre 2011 auf Kassette aufgenommen wurde und mit einem gestickten Patch verkauft wurde. Musiker, die auf Fotos in Leder, Nietenarmbänder und Jeanswesten posieren – der True-Metal-Fan wird angesichts der Begleitumstände von „Swedish Iron“, dem Debüt der – Überraschung! – schwedischen Reinheitsgebotsmetaller von TUNGSTEN AXE erhöhten Speichelfluss registrieren.
Doch um allzu schlimmen Sabberanfällen vorzubeugen: Die Suppe kann ganz schnell wieder runtergeschluckt werden. Oder ausgespuckt. Je nachdem. Die acht Songs plus Intro, die die Youngster auf ihrem Debüt veröffentlichen, sind im besten Fall durchschnittlich, im schlechteren Fall sogar nervig beliebig. Herausragendes gibt es nicht zu registrieren, und abseits der musikalischen Durchschnittlichkeit, die möglicherweise mancher mit kultiger Kauzigkeit verwechseln könnte, nervt die 80er-Jahre-Kartoffelkeller-Produktion kolossal. Insbesondere das Schlagzeug scheppert so schwachbrüstig, dass man vermuten könnte, es sei mit einem 30 Jahre alten Grundig-Kassettenrekorder aufgenommen worden.
Die Songs an sich bewegen sich im melodischen Metal der frühen 80er-Jahre und zitieren insbesondere im Gitarrenbereich deshäufigeren JUDAS PRIEST, auch MANILLA ROAD mag die Band offensichtlich. Überflüssig zu erwähnen, dass die Klasse dieser Band zu keiner Sekunde erreicht wird; auch wenn die eine oder andere Melodie und der eine oder andere Gitarrenakkord doch ganz ordentlich klingt: Vieles ist Stückwerk. Sich auf die reinmetallische Vergangenheit zu berufen, ist ein zweifelsfrei guter Ansatz. Doch als einziges Argument trägt es nun einmal leider nicht im Geringsten. Klar, TUNGSTEN AXE spielen bestimmt voller Begeisterung ihre Musik, bestimmt sind die Vier im echten Leben dicke Kumpels, die am Wochenende auch zusammen einen draufmachen – nur was nutzt es, wenn ihre Musik so komplett durchschnittlich ist?
FAZIT: Rumpel und Pumpel aller Welt, vereinigt euch: „Swedish Iron“ wird vermutlich der „If it’s not in your blood, you will never understand“-Fraktion zur nächsten Kuttenweihe gut reinlaufen. Wenn der Kater am nächsten Morgen verflogen ist, sind TUNGSTEN AXE allerdings nicht mehr als eine Demoband, die ein paar nette Ansätze liefert, aber noch etliche Stunden im Proberaum verbringen sollte, ehe man sich für einen Plattenvertrag gerüstet sieht.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.07.2013
Robbin Wännström
Dick Mattsson
Johan Sjögren, Dick Mattsson
Andreas Mattson
Iron Shield/Pure Steel
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12.07.2013