ALLTHENIKO liefern, was der Titel ihres fünften Albums verspricht: Hochgeschwindigkeit und Metal-Kitsch bis zum Abwinken. Kämpfen, Tod, Stahl, Kraft! Nach den Einflüssen muss man nicht lange suchen: Ein aufgemotztes Cover von SAXONs "Power and the Glory" schließt das Album ab, und der Track "Scream for Exciter" verweist auf die kanadischen Speed-Metal-Helden - natürlich der schnellste Song des Albums.
Eine eigene Identität fehlt ALLTHENIKO völlig; die Band hebt sich durch ihre unbändige Energie und die Qualität ihrer Songs von der riesigen Konkurrenz ab. "Fast and Glorious" enthält nichts für die Ewigkeit, aber eine ausgewogene Mischung aus Geschwindigkeit, Härte und Melodie, und gerade so viel Blödsinn, dass man die Band noch ernst nehmen kann. Sie übertreiben es nicht mit dem Flitterkram und wechseln nach einem hochgradig pathetischen Refrain wie dem des Titeltracks schnell wieder in ein Nackenbrecher-Riff. Hervorzuheben wären noch "KaiserSteel", der dank des Gegensatzes zwischen Aggression und Melodie, zwischen Tempo und, ja, Akustikgitarre als erster Song richtig hängen bleibt, sowie "Holy War, Holy Fighters" mit seinem langen, sich stetig steigernden Refrain.
Neben diesen Highlights ist es die Leidenschaft der Band, die einen immer wieder mitreißt: Schrei, Solo, Schrei, Power!!! So muss das. Nein, zu meckern gibt es hier nichts. Zwölf Jahre nach der Gründung haben wir es mit einem reibungslos eingespielten Trio zu tun, dem man anhört, dass es auf der Welt nichts Geileres gibt als Heavy Metal. Die meisten Songs brauchen nicht mehr als zwei Durchgänge, um sich fest im Gehör festzusetzen - Herz, was willst du mehr?
FAZIT: Es gibt nichts Neues, sondern nur Altbewährtes von ALLTHENIKO, aber das auf sehr hohem Niveau. Wenn diese Italiener sich noch weiter steigern, klingen sie beim nächsten Mal vielleicht nicht mehr nur nach ihren Einflüssen. Die Chancen stehen gut.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.12.2014
Dave Nightfight
Dave Nightfight
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Pure Steel
45:49
05.12.2014