Angesichts der Tradition britischer Hardrockklänge ist es manchmal ganz schön traurig mit anzusehen, wie sich die englische Rockpresse viel mehr darum verdient macht, kurzlebige Trendreiter zum „next big thing“ hochzujubeln anstatt die immer noch quicklebendige Szene der Traditionalisten ein wenig zu unterstützen.
Somit ist auch nahezu ausgeschlossen, dass die Melodic-Hardrocker von ANGELS OR KINGS in ihrer Heimat die Presse bekommen, die ihnen zusteht. Was natürlich die Qualität von „Kings Of Nowhere“, dem ersten Album der bereits 1988 gegründeten Band, nicht schmälert. Geboten wird nämlich klassisch britischer Stoff in bester DEF-LEPPARD- oder TEN-Manier: Geschmackvolle Melodien, präsente, aber nicht zu dominante Keyboards, feine Hooks, große Chöre und mit Baz Jackson ein kraftvoll röhrender Sänger.
FAZIT: Nichts Neues (natürlich), aber „Kings Of Nowhere“ ist ein Stückchen ehrlicher britischer Musik, das fernab von unsäglichen Hypes seine Freunde finden wird. Zumindest auf der Insel scheint das schon zu klappen: Wo die Presse nicht mitspielt, sorgen die Fans eben für positive Akzente – und wählten den Vierer per Votings aufs Billing des Firesfests.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.10.2014
Rob Naylor
Baz Jackson
Steve Kenny, Tony Bell
Steve Kenny
AOR Heaven
58:46
24.10.2014