Statt nur lakonisch herumzuschrammeln setzt Anthony D'Amato auf seiner dritten Scheibe bei gut der Hälfte der Stückeauf Energie und einen erweiterten Instrumentenpark (sattes Musikeraufgebot im Booklet), der aus "The Shipwreck From The Shore" mehr macht als ein modernes US-Folk-Album.
Das urbane "Good And Ready" könnte etwa im weitesten Sinn aus dem Stax- oder Phil-Spector-Kader stammen, und einzig das minimalistische Ballädchen "Ludlow" fällt in die stereotyp introvertierte Sparte, aber selbst hier wird dank Klarinette nicht nur Tagesordnung geboten. D'Amatos programmatische Kompositionen wirken in ihrer Zudringlichkeit manchmal nachgerade nervig, vor allem der leicht gospelige Ohrwurm "Back Back Back" und das ähnlich getaktete "Hard To Say".
Über Dudeleien und Klingklang mit Mundharmonika hinaus, der fast wie eine Indie-Karikatur von Bob Dylan anmutet setzt der Musiker aus New Jersey mit der Samtstimme Akzente mit satt Stampfendem ("No Not Tonight") und lesenswerten Texten, was zwar nicht genügt, um ihm dem üppig besetzten Genre-Kontext zu entheben (will er wohl auch nicht), aber dennoch für ein Szene-Album mit gehobenem Anspruch reicht.
FAZIT: Anthony D'Amato gefällt als typischer Singer-Songwriter mit Bart und Musikverständnis zwischen Americana und post-folkloristischem Songwriting an den Rändern des Wandergitarren-Genres, dies allerdings zum Glück ohne Laptop. Solide und Gut, weder mehr noch weniger.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.10.2014
New West / ADA Warner
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10.10.2014