Mit ihrem dritten Album stellen die australischen Esoterik-Freaks ANUBIS ein Konzept zur Diskussion, das fantasievoll Kritik an der Gesellschaft übt und trefflich zum konservativen, also auch leicht naiven Neo Prog der Band passt.
PINK FLOYD zu Zeiten, da Roger Waters’ und David Gilmours Einflüsse noch gleich gewichtet waren, stehen seit je wohl zuallererst Pate für die Kompositionen des Sextetts, das im Genre-Rahmen alle Register zieht: Hammondorgel und Mellotron, JETHRO-TULL-Flöten (‘Partitionists’) und viele stille Momente, aber ebenso immer wieder ein Aufbrausen, wenn auch nie metallischer Art, nicht zu vergessen epische Songs, die aber frickelige Eskapaden weitgehend missen lassen.
“Hitchhiking To Byzantium” ist trotz des quirligen Ausreißers ‘Blood Is Thicker Than Common Sense’ in erster Linie ein Stimmungsalbum, in dessen Titelstück man sich genauso fallenlassen kann wie ins ergreifende ‘Tightening The Screws’. Vor allem aber sind ANUBIS Storyteller, denen man gerne zuhört, was an Robert James Mouldings einnehmendem Organ und ebensolchen Texten liegt. Dass die Viertelstunde ‘A Room With A View’ sehr kurzweilig ausfällt, spricht für diese Gruppe, die hierzulande angesichts nicht weniger schlechterer Nachahmer der Großen ruhig bekannter werden dürfte.
FAZIT: Beim nächsten Mal dann bitte ein guter Drum-Sound, dann wird’s zweistellig für Fans von altbewährtem Progressive Rock mit schwelgerischer Note.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.06.2014
Anthony Stewart, Robert James Moulding
Robert James Moulding, David Eaton, Rebecca Bennison, Sarah Schols
Robert James Moulding, David Eaton, Douglas Skene, Dean Bennison
Robert James Moulding, David Eaton
Steven Eaton
Martyn Cook (Saxofon, Flöte, Trompete)
Bird's Robe
77:42
30.05.2014