Das Produzentenduo Max Lewis und Mirza Ramic spinnt sich unter dem Namen ARMS AND SLEEPERS ein stark im Ambient fußendes Instrumentalalbum (gleichwohl mit Stimm-Samples oder stark verfremdetem Gesang, inszeniert im Cut-And-Paste-Verfahren) zurecht, das Hip-Hop-Beats mit einer Menge Elektronik zu garantierten Nicht-Hits verwebt.
Das hypnotische "Unbound" zu Anfang gibt dabei die Richtung vor: Vieles auf "Swim Team" ist ein reines Klangexperiment, etwa die loungige Vokal-Studie "Hummingbird" oder das stolpernde "Mingus Mapps". Das Titelstück erinnert neben dem Klingklang "Forever Only" verhalten an den Post Rock (typischerweise ohne Gitarren) von MÚM oder TORTOISE, wohingegen man in "Better Living Thru Chemistry" mit viel Liebe sogar Klaus Schulzes Fahrstuhlmusik-Momente heraushört.
Die wunderbare Aufwärtskurve (in puncto Dynamik) "Tiger Tempo", das melancholische "Tetro" zum Schluss und das dunkel pulsierende "Ghost Loop" sind die Ausrufezeichen dieses letztlich zu sehr plätschernden Albums.
FAZIT: Wer sich eine stark synthetische Variante des Sounds von BOARDS OF CANADA oder MF DOOM vorstellen kann, die weniger auf Songs als Klangeindrücke ausgelegt ist, wird mit diesem subjektiv als ausbaufähig empfundenen Projekt warm werden, während ARMS AND SLEEPERS den Rest kaltlassen - und das trotz warmer Produktion.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.11.2014
Max Lewis, Mirza Ramic
Fake Chapter / Broken Silence
34:49
07.11.2014