Sieben Jahre nach ihrem letzten Album meldet sich Großbritanniens vielleicht "deutscheste" Band mit einem ausschließlich auf Vinyl (transparent in Deluxe-Hülle mit zusätzlichem Siebenzöller, der einen Teil der Musik auslagert - natürlich in begrenzter Auflage) erhältlichen Langdreher zurück auf der Bildfläche, und Neuerungen zwischen Froese-Worship ("Rangoon") und Indien-Reise (die Viertelstunde "Wind On Water", Raga-artig mit Tabla-Sounds, Naturgeräuschen und viel Gezupfe, nimmt zum Ende hin erwartbar Fahrt auf) wird man darauf nicht vernehmen.
Ist vielleicht auch gut so, denn auf diese Weise macht man aus Nischenmusik nichts noch Spezielleres, zumal ASTRALASIA wissen, was sie tun. "The Desert" (Semi-Ambient mit Sprach-Samples à la DARK STAR) und "Cresta Run" (könnte ein Instrumental von der ersten PURE REASON REVOLUTION sein) wurden schon 2006 aufgenommen und sind die erwiesenen Highlights des Albums, wenn es an einen Langzeit-Test geht. Die anderen 15 Minuten "The Innosence" hingegen vermengen Gitarren, sachte Beats und etwas zerfledderten Drone zum Auf-die-Uhr-Gucker der Scheibe, alldieweil "Continuim" OZRIC TENTACLES Konkurrenz macht und somit einen netten Abschluss bildet.
FAZIT: "Wind On Water" ist ein überdurchschnittlicher, wenn auch konservativer Teller Kraut mit für Space, Ambient und Co. angenehm wenig Leerlauf. ASTRALASIA dürfen sich hiermit zur hohen Riege ihrer Szene zählen, und die Aufmachung der LP gehört noch einmal gesondert lobend erwähnt.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.05.2014
Giles Boulton
Peter Pracownik
Wayne Twining
Phoebe Thomasson (Flöte), Stevie B (Saxofon, Percussion), Marc Swordfish (Produzent, Arrangeur)
Fruits De Mer
57:49
30.05.2014