Seit zehn Jahren sind die finnischen Thrasher CURIMUS aktiv, dürften hierzulande aber noch weitestgehend unbekannt sein, zumal man es auch noch nicht geschafft hat, in Deutschland live zu spielen. "Artificial Revolution" ist das zweite Album des Quartetts und wer seinen Thrash ansatzweise modern, aber immer noch zeitlos (also nicht auf oldschool getrimmt) mag, könnte hier glücklich werden.
Irgendwo zwischen The Haunted und Dew-Scented agierend, machen CURIMUS hier wenig falsch. Ihr Thrash ist mitunter anspruchsvoll, aber nie verkopft, einerseits verspielt und melodisch, andererseits durchgehend aggressiv. Dazu trägt auch Frontmann Marko Silvennoinen, dessen leicht krächziges Gebrüll schön energisch ist. Nur in den spärlichen Passagen mit normalem Gesang kommt er hörbar an seine Grenzen. Die Gitarrenarbeit mit zumeist zackigen, manchmal auch schweren Riffs gibt keinerlei Anlass zur Klage, wenngleich man auch nichts Außergewöhnliches vernimmt. Tempomäßig variiert man zwischen (gehobenem) Midtempo und durchgetretenem Gaspedal, hat dabei aber stets den Groove im Auge. Bei "In The Darkness" und "Preachings" lässt man zudem Punkwurzeln durchschimmern.
Wie gesagt, spielerisch gibt es nichts zu mäkeln und die Band ist hörbar darum bemüht, die Songs gut zu arrangieren. Das fällt immer wieder positiv auf, letztendlich bleibt aber nicht allzu viel im Gedächtnis, denn echte Volltreffer schreiben CURIMUS nicht. Wer sich daran aber nicht stört, bekommt mit "Artificial Revolution" eine gut produzierte Thrash-Platte mit klarem Sound, in dem der Bass schön rasselt und die Gitarren leicht verwaschen sind, ohne jedoch die spielerischen Details zu verschlucken.
FAZIT: Ganz ordentliches Album, dem zwar der letzte Kick fehlt, mit dem der Thrasher aber an sich nichts falsch macht.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.08.2014
Juho Manninen
Marko Silvennoinen
Juha-Matti Helmi
Jari Nieminen
Freezing Penguin/Svart/Cargo
50:38
25.04.2014