Sie waren schon da, als niemand von Retro sprach, und werden weiterbestehen, die immer noch verblüffend jungen DEWOLFF aus den Niederlanden. Ihr psychedelisches Debüt war eine kleine Sensation, von der immer noch nur wenige wissen, denen es im Zeitalter von Neo-Vintage per se gefallen könnte, und bleibt auch trotz des starken neuen Tellers unerreicht.
Diesmal verlagern sich die Nachbarn ein wenig nach Amerika, um etwas Südstaaten-Flair in ihren Sound einfließen zu lassen. Dabei gelingt DEWOLFF das Kunststück, im Gegensatz zu den nachlassenden RIVAL SONS (höre ‘Dance Of The Buffalo’), die abgesehen von der stilprägenden Orgel sehr ähnlich klingen, nach wie vor nicht wie eine Zitatkiste zu klingen, auch wenn ihre Einflüsse klar erkennbar sind. Der luftige Charakter von “Grand Southern Electric” trägt dazu bei, dass kein penetranter 1970er-Mief aufkommt, und neben kräftigen Ohrwürmern wie ‘Evil Mothergrabber’ oder ‘Satilla No. 3’ (sehr LED ZEP) gefallen vor allem die ruhigen Momente der Scheibe, etwa das teils torkelnde ‘Wealthy Friend’ mit seinen Gospel-Anleihen und das total entspannte, aber dennoch nicht labbrige ‘Ripple Faced Thing’. Überhaupt klingen die Kids gleichzeitig mit sich selbst im Reinen und dennoch zielstrebig energisch.
FAZIT: Wer’s nicht glaubt, dem sei ‘Restless Man’ als Signatur-Song in de Schnittmenge aus DEEP PURPLE und ALLMAN BROTHERS empfohlen, und die fabelhafte Produktion (passenderweise aus dem US-Bundesstaat Georgia) gehört noch einmal gesondert erwähnt.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.05.2014
Robin Piso
Robin Piso, Pablo van de Poel
Pablo van de Poel
Robin Piso
Luka van de Poel
ReMusic / PIAS / Rough Trade
46:08
02.05.2014