Herrlich, was diese Schweizer wieder mal verbrechen: sechs Songs voller Blues mit britischem Nölen, einem leichten, zeitgemäßem Indie-Anstrich ("Move" mit kratzigem Fuzz und tanzbarem Beat) und viel Herz - mehr braucht man bei allen Wünschen nach Originalität nicht.
Andererseits hat das Quartett gerade mit D. Coenegracht ein Erkennungsmerkmal in seinen Reihen, das DIRTY SOUND MAGNET eine verhältnismäßig eigene Handschrift verleiht. Zudem bietet die Gruppe ab und an schrullige Kleinigkeiten zum Hinhören, die den Slow Blues "Pagan Hill" ebenso veredeln wie das virtuose Instrumental "Sunday Drama", das den frühen LED ZEP mehr als nur gerecht wird.
"21st Century Witch" und das schleppende "Strike (Hate Yourself)" bieten Country-Koketterie mit jazzigen Akustik-Leads (im ersteren Fall), dass es der helle Wahnsinn ist ... aber nein, das Ganze ist völlig unaufgeregt, als würden diese Typen es schon jahrelang machen.
FAZIT: Superding, das. DIRTY SOUND MAGNET werden allen Lorbeeren gerecht und fahren als klassische, äh ... Classic Rocker ihr eigenes Ding ohne Staub oder gewollte Auf-Alt-Trimmerei. Diese Songs kann man sich im Vorprogramm von ZODIAC vorstellen, um mal ein naheliegendes Beispiel zu nennen.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.10.2014
Marco Mottolini
D. Coenegracht
Stavros Dzodzos
Maxime Cosandey
Eigenvertrieb
22:57
16.05.2014