Auch wenn das Coverartwork eher eine Art-/Prog-Rock-Band mit 70er-Schlagseite vermuten lässt: DISTANT PAST widmen sich auf ihrem Zweitwerk „Utopian Void“ vor allen Dingen dem aufrechten und geradlinigen Heavy Metal der 80er-Jahre.
Größter Einfluss der Schweizer dürften dabei IRON MAIDEN sein, die in punkto Melodieführung und Rhythmik immer wieder durchscheinen. Dazu gesellen sich aber auch immer wieder Schlenker in andere Genres: „On The Edge“ trägt eine klare Thrash-Handschrift, könnte auch ein Frühwerk Dave Mustaines oder Jeff Waters‘ sein. „A Day Of Darkness“ geht – als Opener vielleicht eine etwas unglückliche Wahl – eher in die Richtung eines kommerziellen 80er-US-Hardrock-/Metal-Hybrids á la DOKKEN. „The Hell Of Verdun“ führt den Hörer zudem – was ja im Jahr 2014, in dem sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährt, durchaus passt – mit schweren musikalischen Geschützen an die Stätte großer Schlachten und anschließende Machtverschiebungen.
Die Erstauflage beinhaltet zwei Bonustracks, die bislang nur online verfügbar waren: Das melodische „Signs Of The End“ (okay) und das als DIO-Tribut bezeichnete „Touched By The Gods“, das allerdings sehr zurückhaltend den typischen DIO-Sound abbildet, eher ein Vertreter des bandtypischen Maiden-Klangs ist. Nicht schlimm, weiß der Song durchaus zu überzeugen. Hier – wie auch auf den restlichen elf Tracks – zeigt sich übrigens die besondere Klasse von Sänger Jvo „Jay Jay“ Julmy: Der Ex-EMERALD-Sänger setzt seine Stimme überaus variabel ein, erklimmt mühelos höchste Höhen, schafft aber auch eine Thrash-Kante wie „On The Edge“ ebenso authentisch wie er kraftvoll röhren kann.
FAZIT: „Utopian Void“ ist kein direkter Überflieger, aber ein solides Stück Musik, das sich alle Freunde des traditionellen Heavy Metals, die auch über eine gesunde Hardrock-Affinität verfügen, zu Gemüte führen können. Mit einer etwas druckvolleren Produktion hätte man indes noch bessere Karten in der Hand.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.01.2014
Adriano Troiano
Jvo „JayJay” Julmy
Christof Schafer, Alain Curty
Adriano Troiano
Jan „The Onion” Zwiebel
Pure Steel
59:53
17.01.2014