Was DRACONIS INFERNUM aus Singapur machen, geht an vielen Stellen als Blackened Death Metal durch. Vor allem der fantastische Titeltrack mit seinen wütenden Gitarren erinnert stark an BELPHEGORs Hass-Granaten. Unablässig feuert die Doublebass und Frontmann Serberuz Hammerfrost (geil, oder?) krächzt etwas von Ausmerzen und Dämon, dazwischen spuckt er immer mal ein fieses "Uh!" oder "Ah!" aus.
Auch "The Blasphemous Wrath" bleibt über fünf Minuten lang spannend – nicht, weil der Song so abwechslungsreich ist oder irgendetwas Neues bietet, sondern weil die Band einen gnadenlosen Höllensturm entfacht, ein Heißluftgebläse direkt in die Fresse. Mit "Anal Madonna", einem weiteren Highlight, adaptiert die Band einen Song vom Debüt (1996) der ebenfalls aus Singapur stammenden pathologischen Gotteslästerer IMPIETY. DRACONIS INFERNUM polieren den im Original arg rumpelnden Song auf und beschleunigen ihn ordentlich. Das irre Schlagzeugspiel des Australiers Matt "Mayhem" Crossingham ist hier einfach nur… irre.
Der Rest kann damit nicht ganz mithalten. Die Band punktet mit Geschwindigkeit und Brutalität – erst mit "The Dying Light" beruhigt sie sich etwas – aber das reicht nicht, um zu fesseln. Das kurze "We Are Unholy" lässt nochmal mit Gast-Vocals von HansFyrste (SVARTTJERN) aufhorchen, den Wirkungsgrad der oben genannten Beispiele erreichen DRACONIS INFERNUM aber nicht mehr. Sei’s drum. Wer dem Christentum kritisch gegenübersteht und sich gerne Musik anhört, die wie eine Stacheldrahtpeitsche zuschlägt, kommt hier voll auf seine Kosten.
FAZIT: Keine Offenbarung, aber hart und pfeilschnell genug, um die Zielgruppe glücklich zu machen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.09.2014
Serberuz Hammerfrost
Serberuz Hammerfrost
Niloc, Xepher
Profanator
Ketzer Records
34:07
07.07.2014