Auf ihrem vierten Album haben sich die Schweizer wieder weitgehend vom ekstatischen Electro-Disco-Sound des Vorgängers „The 300'000 Cats of Bubastis“ verabschiedet, auch wenn diese Phase wie bei „Running After Time“ oder „Wake Up“ deutlich ihre Spuren hinterlassen hat.
Doch dominiert deftiger Rock mit dezentem Folk-Faktor, der die oft makabren und von einem Hauch Wehmut umtosten Lyrics trefflich untermalt. Highlight ist der – von einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9ARLlUmKza4" rel="nofollow">gelungenen Video</a> unterstützte – Hit um die männermordende „Marylou“, bei dem sich Honky-Tonk-Piano, schmetternde akustische Gitarren, klagender Gesang und kommentierender Chor zu einer hymnischen Moritat vereinen.
THE RAMBLING WHEELS mixen auf ungemein sympathische Weise psychedelischen Rock mit Blues, Ska, Alternative-Country und –Folk; jagen kurz durch die Indie-Disco und wählen als Rausschmeißer einen heftigen Space-Trip namens „Interstellar Riot“. Das wirkt nie zusammengeschustert, sondern wird von einer Band zusammengehalten, die energisch zur Sache geht, egal ob es sich um Liebe oder Mord handelt. Der einprägsame, immer etwas nölige und süffisante Gesang von Raphaël „Dr. Wheels“ Weber tut ein Übriges, um THE RAMBLING WHEELS Eindeutigkeit zu verleihen.
FAZIT: Die exzellent gestalteten Cover und Booklet lassen eine Band im weiten Gefolge von SIXTEEN HORSEPOWER erwarten. Doch mag es auch kleine Country- und Folk-Extravaganzen geben, produzieren THE RAMBLING WHEELS hauptsächlich eine moderne Art von elektrifiziertem Kickass-Rock’n’Roll, dem eine gehörige Portion Wehmut die nötige Tiefe verleiht. Verzerrte Gitarren treffen auf eine polternde Jahrmarkts-Combo und zwischendurch wird finster geträumt. Passt, wackelt und hat Luft. Fein, fies, facettenreich.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.05.2014
Mr. Jonfox
Dr. Wheels, Pauline Maurer
Dr. Wheels
Mister i
Fuzzy O’Bron
Vincent Hirshi, Romain Jacoulot, Dariusz Mroczkowski, "Les Armourins"
Irascible Distribution
42:48
09.05.2014