THE SO SO GLOS stammen aus Brooklyn, haben zwei EPs und inklusive „Blowout“ zwei Longplayer am Start und spielen Punk. Aus der Garage auf die Straße, rotzig, abwechslungsreich , gerne auch mal mit Tempowechseln und einfallsreichem, sporadischem Keyboardeinsatz. Glücklicherweise näher an „klassischen“ Bands wie den frühen UNDERTONES oder THE REPLACEMENTS als an belanglosen Fun-Punkern, die das Genre in den letzten Jahren gerne und erfolgreich in Beschlag nahmen. „Everything Revival“ glänzt stellenweise gar mit RAMONES-Flair.
„Blowout“ beginnt nervös und krachig, wobei THE SO SO GLOS hier bereits ihr Talent für einprägsame und eingängige Melodien beweisen. „House Of Glass“ hat sogar einen leichten Touch von THE CURE zu Debüt-Zeiten. „10:15 Saturday Night“ hochgepusht.
Die Band kann aber auch einen Gang herunter schalten, ohne dass die Musik aus dem Ruder läuft wie „Lost Weekend“ und besonders das zwischen gefühlvollen MADNESS und den KINKS pendelnde „All Of The Time“ eindrücklich beweisen. Eines der stärksten Stücke des Albums. Gilt auch für das entspannte „Dizzy‘“, mit leichtfüßigem Americana-goes-Reggae-feeling und Honky-Tonk-Piano.
FAZIT: “Wrecking Ball“ist die wahre Abrissbirne, ganz ohne spekulatives Video, und derart beschwingt powert sich das Album durch 11 Stücke. Es gibt einiges zu entdecken, fette Bässe, giftigen Gesang und wie schon erwähnt klug akzentuierten Einsatz von Tasteninstrumenten. Ein bisschen Redundantes wohl auch, doch insgesamt ist „Blowout“ eine starke Heimarbeit, bei der gleichzeitig die Garage entrümpelt wurde.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 26.06.2014
Alex Levine
Alex Levine, Ryan Levine, Matt Elkin, Zach Staggers
Ryan Levine, Matt Elkin
Zach Staggers
Caroline International/Universal
39:35
30.05.2014