Auch mit Scheibe drei sind THE TREATMENT noch Jungspunde und versprühen nach dem Weggang von Klampfer Ben weiterhin hinreichend Energie, um mit den AIRBOURNES der AC/DC-2.0-Welt mitzuhalten, zumal die Gruppe nicht allzu zwanghaft am Klangideal der Australier hängt.
Ausgehend vom reißerischen Video-Track "I Bleed Rock + Roll" deckt die Combo vorwiegend das Arschtreter-Metier ab, stets angereichert mit flammenden Gitarrensoli und mitunter ("Drop Like A Stone") schmissigen Chören. Die Pub-Rocker nach Young-Machart stellen genaugenommen das schwächste Material auf "Running With The Dogs" dar, etwa das müde "Get The Party On" oder der Opener, wohingegen im Uptempo einiges geht: "Outlaw", "Don't Look Down" und das härteste Stück "World On Fire" stellen die Highlights der Scheibe dar, die Ballade "Cloud Across The Sun" erweitert das Spektrum nur im beschränkten Maß, was angesichts der oben angesprochenen Spritzigkeit aber nicht weiter schlimm ist.
THE TREATMENT sind sicherlich keine Intellektuellen-Veranstaltung, aber auch keine Grobmotoriker, und beweisen mit ihren aktuellen Stücken, dass man ein bisschen Yank-Rock mit der alten Schule aus Großbritannien verbinden kann, ohne gleich als Eklektiker durchgehen zu müssen. Das Songwriting zeigt dabei größere Stärke als jenes weit höher dotierter Sternchen am Lederjacken-Firmament.
FAZIT: "Running With The Dogs" ist ein Selbstläufer in puncto schnörkelloser Hardrock, aber nicht ohne Finesse. THE TREATMENT haben innerhalb der engen Koordinaten facettenreiche Songs geschrieben, die weniger durch offensichtliches Hit-Potenzial bestechen als wegen ihrer Arrangements, gerade was den Gesang betrifft. Abhotten mit Niveau ist also erlaubt, auch wenn langfristig irgendwann einmal Schluss mit dem Zitieren sein sollte.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.02.2014
Rick "Swoggle" Newman
Matt Jones,
Jake Pattinson, Tagore Grey
Dhani Mansworth
Spinefarm / Universal
47:31
21.02.2014