Doom Metal steht nicht zwingend unter dem Verdacht, besonders massenkompatibel zu sein. Aber es gibt Spielweisen, die zumindest hier und da mal mit einem kleinen, hellen Lichtschein Hoffnung zulassen. Die sich ein kleines, wenn auch spöttisches Lächeln erlauben. Zumindest hin und wieder. Und es gibt Bands wie THE WOUNDED KINGS.
Auf „Consolamentum“, dem vierten Album der Engländer, gibt es wieder mal den vertonten Herbst, den Soundtrack zur Depression, monotone Düsternis – Musik für Leute, die über Leute, die zum Lachen in den Keller gehen, nur angewidert die Mundwinkel noch weiter nach unten ziehen. Langsam, zäh, spartanisch, gesanglich überschaubar, ganz bewusst und betont basisch produziert – wer sich vorstellen kann, langsam auszubluten, während eine Mixtur aus THE DEVILS BLOOD, JEX THOTH, ELECTRIC WIZARD und den unvermeidlichen BLACK SABBATH in reduzierter Geschwindigkeit auf den Geist des langsam Sterbenden einwirkt, der wird mit „Consolamentum“ sicherlich glücklich werden.
Wer allerdings Musik braucht, in denen zumindest ein Funken Hoffnung vorkommt, in der zumindest unter der verschlossenen Türe ein kleiner Lichteinfall zu erahnen ist, der wird sich in der kompletten Finsternis dieses Album mit seinen ewig in die Länge gezogenen Riffs, der immer gleichen Phrasierung von Sängerin Sharie und der ausgewalzten Langsamkeit verlieren – und möglicherweise daran verzweifeln. Wenn man dieses Album hört, wird man bezweifeln, dass in Dartmoor, der Heimat der vier WOUNDED KINGS, jemals die Sonne geschienen hat. Gegen „Consolamentum“ klingt selbst „Evst“, das letztjährige Düster-Doom-Highlight von HAMFERD, fast wie eine FREEDOM-CALL-Adaption.
FAZIT: Ein Review zum „Consolamentum“-Vorgänger „In The Chapel Of The Black Hand“ wurde die Band mit einer „postapokalyptischen Metalversion von Grace Jones oder Eartha Kitt“ verglichen. Ganz ehrlich: Keine Ahnung, wie das aufzufassen ist. Aber ich bin ja insgesamt auch mehr so der Schönwetterdoomfan. Zumindest darf kurz mal die Sonne hinter der herbstlichen Nebelwand zu erkennen sein.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.02.2014
Al Eliadis
Sharie Neyland
Steve Mills, Alex Kearney
Steve Mills
Myke Heath
Candlelight
47:05
21.02.2014