THERAPIEZENTRUM sind eine Band aus Osnabrück, die im Fahrwasser von etablierten und erfolgreichen Bands wie JULI, SILBERMOND, WIR SIND HELDEN oder JENNIFER ROSTOCK musiziert. Die Konkurrenz im eigenen Land ist also groß und so ist es sicher keine leichte Aufgabe, sich mit dem neuen, zweiten Album "Herz.Rhythmus.Störung" zu behaupten. Und man kann wohl vorwegnehmen, dass diese Aufgabe dann doch eine Nummer zu groß ist.
Dabei machen THERAPIEZENTRUM eigentlich wenig falsch, aber auch zu wenig richtig. Die elf Songs (der Radioedit von "Kein Versprechen" ist überflüssig) sind durchgehend nach Standardschemata komponiert und allesamt recht eingängig gehalten. Demnach also komplett mainstreamkompatibel und radiotauglich. Das Problem daran ist jedoch, dass keiner der Songs dabei echtes Hitpotenzial offenbart, die Stücke würden im Radio nicht sonderlich auffallen, weder positiv, noch negativ. Es gelingt THERAPIEZENTRUM also nicht, irgendwelche neuen Akzente zu setzen, mit denen man sich von ähnlich agierenden Bands abheben würde. Klar, für ausreichende Abwechslung ist mit ruhigeren und rockigeren Songs, dezenten Funkeinflüssen oder einem an BLONDIEs "Atomic" angelegten Disco-Song mit Dubstep-Part ("Ein Jahr geht zu Ende") gesorgt, aber für echte Begeisterung sorgt das alles nicht.
Sängerin Gianna Niemeyer klingt manchmal ein bisschen plärrend, macht aber ansonsten einen ganz ordentlichen Job. Aber auch hier gilt, dass sie sich nicht wirklich absetzen kann. Textlich geht es ebenfalls um Standardthemen: Problembeziehungen, endende Beziehungen, schöne Beziehungen, die Sinnsuche, Authentizität und Angepasstheit - das kennt man alles. Auffällig: in gleich drei Songs geht es um die Freude am Tanzen und die Liebe zur Musik wird auf gelungene Art und Weise in "Vollrausch" thematisiert. Hier geht es nämlich nicht um Alkohol, sondern die berauschende Wirkung, die Lieblingslieder haben können. Die sprachliche Umsetzung der Textideen ist dabei - wie alles an diesem Album - in Ordnung, aber nicht herausragend.
Es fällt schwer, frappierende Kritikpunkte an "Herz.Rhythmus.Störung" auszumachen, denn schlecht ist das Album keineswegs, letztlich aber doch nur eines unter vielen, das ganz gut gemacht ist, aber sich nicht abhebt. Nicht gut gemacht ist lediglich der Sound, denn man erliegt ein bisschen der Versuchung, das Album laut klingen zu lassen, was in leicht übersteuerten Drums resultiert.
FAZIT: Nett.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.04.2014
Florian Breiner
Gianna Niemeyer
Matze Lohmöller
Toby Jones
Timezone
40:59
04.04.2014