Der Organist von ODYSSICE hat sich mit Liedschreiberin und Sängerin Audrey Lahaije zusammengetan, um relativ herkömmlichen Melodic Metal zu spielen, der in seiner Langatmigkeit progressiv sein möchte, aber über weite Strecken nur anstrengt - und das bei an und für sich hübschen Melodien.
Die großen Hooks bleiben aus, und aufgrund der aseptischen Schlagzeug-Produktion verpufft die eigentlich hübsche Ballade "Just Leave", wohingegen das kurze Klavier-Gesangsstück "Unconscious Thoughts" (am Ende in ungleich schlechterem Licht als Bonus-Bandversion dastehend) wesentlich überzeugender ausfällt und "My Child" als dritter Schmalztopf gleich bewusst auf Synth-Rhythmen setzt. Schon der zähe Einstieg "Desperation Of A Soldier" kommt innerhalb von zehn Minuten nur langsam aus den Puschen, und das genauso lange "Deluded" zum Schluss animiert gleichsam zum Schauen auf die Uhr: Die Sängerin klingt müde, und die letzten beiden Drittel sind langsame, selbstverliebte Dudeleien.
Das mit Percussion-Elementen und Plastik-Orchester ausgestattete "Arabian Nights" sowie das poppige "Before I Die" (sehr WITHIN TEMPTATION) sind die Höhepunkte auf "A Shot In The Dark" Man hätte sich mehr kräftige Tracks wie "I Don't Care" gewünscht, die Lahaijes naive Stimme gleichwohl nicht zur Gänze tragen kann. Für Niederlande-Prog-Spezis übrigens interessant: ein Wiederhören mit Aldo Adema von EGDON HEATH an einer der Gast-Gitarren.
FAZIT: Kein Schuss in den Ofen respektive die titelgebende Finsternis, aber auch keine Offenbarung. Wer poppigen "Metal" mit Frauengesang mag, darf THIRTEEN mal ausprobieren
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.05.2014
Audrey Lahaije
Dennis 'Hairball' Smeekes, Aldo Adema, Jaco Ket, Mark Silverentand
Jeroen van der Wiel
Eigenvertrieb / Freia
56:20
02.05.2014