Die Hamburger Jungs von TIME HAS COME veröffentlichten 2008 ihr Debüt "White Fuzz", das beim Kollegen Schiffmann nicht gerade Begeisterungsstürme hervorrief. Ganze sechs Jahre später kommt nun der Nachfolger, und wieder fällt die Reaktion des Kritikers verhalten aus.
TIME HAS COME nennen ihren Stil Djentcore, angebrachter wäre Breakcore. Das Problem dieser Band ist nicht mangelndes Talent, zumindest nicht an den Instrumenten. Es wird hart, heftig und handwerklich solide gespielt, das Ganze ist sauber produziert, nix zu meckern. Die große Schwäche von TIME HAS COME: Sie finden Breakdowns zu geil. Jetzt haben wahrscheinlich viele geglaubt, das mit den Bands, deren Songs aus nichts als Stakkato-Riffs bestehen, sei eine Modeerscheinung gewesen, irgendwann Mitte bis Ende der Zweitausender. Aber siehe da, es gibt noch Leute, die davon nicht genug bekommen.
So kommt es, dass man schon beim ersten Song die Augen verdreht, sich aber immerhin noch denkt: Ist ja ganz nett gemacht. Leider ändert sich im weiteren Verlauf nichts. TIME HAS COME haben tatsächlich ein komplettes Album nach dem Muster Breakdown-Breakdown-Schrei-Pause-Breakdown-Schrei-undsoweiter aufgenommen, mit minimalsten Variationen. Das extrem monotone Gebrüll gibt dem Hörer den Rest. Nein, danke.
FAZIT: Für Breakdown-Junkies, die auf Hits verzichten können, ein Schmankerl. Für den Normalhörer eine Zumutung.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.03.2014
Adam Laskowski
Chase Cypka
Dennis Kayzer, Nils Bardowicks
Sören Teckenburg
Eigenvertrieb
41:17
14.02.2014