Mit hier und dort Chorstimmen, Banjo, Dylan-Mundharmonik und vielen gescheiten Texten wartet Einzelkämpfer Tobias Panwitz alias TRAILHEAD auf "Leave Me To Learn" auf. Dass hier kein Amerikaner musiziert, hört man nicht unbedingt, aber bemüht nach Wanderklampfer durch die Südstaaten klingt der Barde auch nicht.
"Leave Me To Learn" ist ein nahezu durchweg positives Album, auf dem bedächtigere Stücke wie "Changing Seasons" oder "Church Bells" Farbtupfer darstellen, aber die belebende Stimmung nicht aufweichen. TRAILHEAD versprüht gemeinsam mit seinen helfenden Mitmusikern allenthalben Melancholie wie im vom Klavier unterfütterten Titelstück, während der klassischen Ballade "Out In The Open" oder bei "Sing Your Song", das dezente Streicher-Einsätze verzeichnet.
Inhaltlich geht es ums Zusammenleben und Schöne wie Schlechte im Alltäglichen, wie es sich für einen waschechten Singer-Songwriter gehört. TRAILHEAD trumpft auch mit diesem oder jenem Ohrwurm auf, vor allem "Nothing But Well" sowie das abschließende "When I Come Home Again" (gerne!), und zeigt immer so viel Spielwitz, dass das Instrumentale die Stimme nicht unterbuttert - traditionell eben, ohne abgeschmackt zu wirken.
FAZIT: TRAILHEAD lassen/lässt sich quasi mit Landsmann Marcese vergleichen - Americana aus Deutschland, leicht anzuhören und dennoch nicht seicht. Darf gerne live vorbeischauen und weiterhin solche beschauliche Scheiben aufnehmen.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.12.2014
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57:43
12.12.2014