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Twelve Foot Ninja: Silent Machine

Stil: Alternative/Crossover

Cover: Twelve Foot Ninja: Silent Machine

Zwölf Fuß entspricht etwa einer Größe von 3,66 Metern - ganz schön stattlich für einen Ninja. Von dem etwas albern wirkenden Bandnamen sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen, viel mehr mag er implizieren, dass TWELVE FOOT NINJA hoch hinaus wollen. Für Ihr Debütalbum "Silent Machine" ernteten die Australier nicht nur Lob von der Presse (u.a. die Höchstnote im Rock Hard), sondern auch von Kollegen wie Periphery, Mike Portnoy oder Dino Cazares. Die Band wird sogar als rechtmäßiger Nachfolger von FAITH NO MORE gehandelt, was sicher nicht ganz unberechtigt ist.

Das liegt zum Beispiel daran, dass Sänger Kin Etik (der eigentlich Nick Barker heißt), einem Mike Patton stimmlich gar nicht mal so unähnlich ist und zudem richtig gut singen kann, wenngleich er weniger Wahnsinn vermittelt, als Patton. Eine weitere Ähnlichkeit liegt darin, dass TWELVE FOOT NINJA einen mitunter wahnwitzig wirkenden Crossover spielen und dabei einen Schritt weiter gehen, als es FAITH NO MORE taten. Denn die Einbindung von karibischem Bossanova, Dub und Reggae, Jazz, Funk, 70er-Disco-Sounds, moderner Dubstep- und 8bit-Electronica oder orientalischen Harmonien ist um einiges ausschweifender - funktioniert über weite Strecken aber ziemlich hervorragend. Mit den heruntergestimmten Djent-Gitarren klingen die Australier natürlich auch viel zeitgemäßer, wenn auch nicht wirklich so düster und latent aggressiv, wie es bei FAITH NO MORE oft der Fall war.

Die musikalischen Fähigkeiten von TWELVE FOOT NINJA sind zudem über jeden Zweifel erhaben und es ist wirklich beeindruckend, wie scheinbar spielerisch leicht der Fünfer seine Songs darbietet. Das alles ist jedoch nur die Hälfte wert, wenn die Songs nicht funktionieren. Aber auch in dieser Disziplin ist die Band schon so gut, dass man kaum glauben mag, dass es erst ihr Debütalbum ist. Da dürfte noch einiges zu erwarten sein. Die Songs sind gleichermaßen anspruchsvoll wie auch eingängig, auch ohne die genrefremden Elemente ziemlich abwechslungsreich (von ruhigen Stücken bis zu Groovemonstern ist alles vertreten) und werden von tollen Gesangsmelodien veredelt, die sich im Laufe der Zeit immer stärker ins Gedächtnis einbrennen. Warum letzten Endes trotzdem "nur" elf Punkte zu Buche stehen, ist reiner Subjektivität geschuldet. Dass es nämlich kaum einen Song gibt, der nicht mit ungewöhnlichen Passagen aufwartet, nervt nicht wirklich, aber man kann durchaus den Gedanken bekommen, dass ein bisschen weniger ein bisschen mehr gewesen wäre. Man hat das Gefühl, als wolle die Band ein bisschen damit prahlen, was sie alles so vermischen kann. Das kann man aber auch ganz anders sehen, zumal die Band dadurch auch Alleinstellungsmerkmale schafft.

FAZIT: TWELVE FOOT NINJA sind ein höchst interessanter, kreativer und talentierter Newcomer, dem man durchaus eine glänzende Zukunft vorhersagen kann. Trotz des Bandnamens.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.02.2014

Tracklist

  1. Coming For You
  2. Kingdom
  3. Mother Sky
  4. Shuriken
  5. Vanguard
  6. Deluge
  7. Liberation
  8. Silent Machine
  9. Rogue
  10. Myth Of Progress
  11. Ain't That Bitch
  12. Luna
  13. Manufacture Of Consent (Acoustic Instrumental Version)
  14. Apocolypstik

Besetzung

  • Bass

    Damon McKinnon

  • Gesang

    Kin Etik, Rohan Hayes

  • Gitarre

    Rohan Hayes, Steve "Stevic" Mackay

  • Schlagzeug

    Shane "Russ" Russell

Sonstiges

  • Label

    Volkanik/H'ART

  • Spieldauer

    51:42

  • Erscheinungsdatum

    25.10.2013

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