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Two Wooden Stones: Looking For The Light

Stil: Freaky(?)-Folk-Rock

Cover: Two Wooden Stones: Looking For The Light

In Leipzig begegnet sich die Welt. Zumindest musikalisch wie es scheint, trifft hier doch der französische Singer/Songwriter Shélhôm auf seine Mitstreiter Jeau Champ, Tiny Dawson und Monsieur Simon. Sachsen hat er sich augenscheinlich keine geangelt. Macht aber nix, denn entsprechend international klingt die Musik, die TWO WOODEN STONES spielen. Zuerst noch zaghaft, fast unplugged auf dem Live-Debüt-Album „Genesis“. Mit „Looking For The Light“ zeigt sich die Band gereift und mit aufgestocktem Instrumentarium.

Das Album beginnt, ganz kurz, a capella mit einem Song, der klingt als wäre in den Sümpfen Louisanas zu Hause; „Sold My Soul“ ist feiner Swamp-Gospel mit einem Schlag WOVEN HAND, zelebriert wird eine intensive, kleine Voodoo-Messe, die vom folgenden „Animal“ aufgegriffen und um einen Mix aus Blues, Folk, Southern- und Progressive-Rock angereichert wird. Danach wird es ruhiger, der Folk-Anteil nimmt zu, immer wieder gibt es Ausflüge in die Weltmusik, Chanson und von akustischen Instrumenten geprägten Singer/Songwriter-Pop. „The Migration“ zeigt aber bereits eine Schwäche des Albums, denn trotz eines starken Beginns, hängt der Song im Mittelteil durch und plätschert etwas höhepunktlos vor sich hin, bevor mit dem Einsatz der Geige die melodische Intensität wieder zunimmt. So entsteht ein Paradoxon: Looking For The Light“ ist zwar abwechslungsreich, stimmig, gleichzeitig immer mal wieder saumselig matt.

Der Stillstand dauert aber nie lange, und auf jeden retardierenden Moment kommen fünf andere, die ihn ausgleichen. Besonders überzeugen TWO WOODEN STONES wenn die instrumentale Palette erweitert wird. Akkordeon, Violine oder satte Keyboards sind gern gehörte Erfüllungsgehilfen bei den Grenzgängen zwischen nachdenklichem Folk und vitalem Rock.

FAZIT: Shélhôm und seine Begleiter bedienen sich ungeniert und gekonnt bei verschiedenen Musikstilen. Von Folk bis Weltmusik, vom Blues bis zum Prog reicht die Palette. Dank Shélhôms einprägsamen Gesang (der ein wenig an einen zurückhaltenden EDDIE VEDDER erinnert) und einem Hang zu beschwingten, hymnischen Melodien zerfallen die Songs nicht in Einzelteile, sondern bilden ein anrührendes Ganzes, dessen Spannungsbogen im poppig-bunten Befindlichkeitstreiben bisweilen etwas durchhängt. Tut nicht weh. So und so.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.04.2014

Tracklist

  1. Sold My Soul
  2. Animal
  3. The Migration
  4. 707
  5. Alchemist
  6. Galleons
  7. Unstained
  8. Al Hari'a
  9. Not Today
  10. Looking For The Light
  11. Hold On

Besetzung

  • Bass

    Monsieur Simon

  • Gesang

    Shélhôm, Jeau Champ, Tiny Dawson, Monsieur Simon

  • Gitarre

    Shélhôm, Tiny Dawson

  • Keys

    Tiny Dawson

  • Schlagzeug

    Jeau Champ

  • Sonstiges

    Shélhôm

Sonstiges

  • Label

    Kick The Flame/Broken Silence

  • Spieldauer

    45:59

  • Erscheinungsdatum

    07.03.2014

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