Dem Thrash Metal etwas Neues hinzuzufügen, ist extrem schwierig. TYRANEX versuchen es gar nicht erst und machen ziemlich genau das, was sie sich bei DESTRUCTION abgeschaut bzw. abgehört haben: Highspeed, Patronengürtel, Texte über Blut und Tod. Fertig. Das ist bei vielen Bands entsetzlich langweilig, bei TYRANEX gar nicht mal so sehr.
Frontfrau Linnea Landstedt kreischt so leidenschaftlich, man möchte sie einfach high-fiven. Die modulierten Schreie, die sie in "Victims" herauslässt, könnte sie ruhig öfter bringen, sie lockern den doch arg eintönigen Sound der Band etwas auf. Andererseits: Wie schon angemerkt, stört die Eintönigkeit hier gar nicht so sehr. Das liegt vielleicht auch daran, dass Linnea nicht nur geile Vocals am Start hat, sondern auch eine Meisterin des Riffs ist, und mit den Riffs steht und fällt ja bekanntlich ein Thrash-Song.
"Unable to Tame", das zweite Album von TYRANEX, gibst du dir nicht, um irgendwelche Feinheiten herauszuhören (die gibt es nicht), sondern weil im Hintergrund etwas laufen soll, während du dich besäufst und die Tischplatte mit deinem Schädel zerteilst.
FAZIT: TYRANEX lassen sich gut mit NERVOSA vergleichen. Beide sind junge Bands mit Frauenpower (ekliger Begriff, passt aber), die wie früher spielen. Doch während NERVOSA die totale Thrash-Langeweile verbreiten, treten TYRANEX dir so feste in den Arsch, dass der Fuß steckenbleibt.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.09.2014
Per Lindström
Linnea Landstedt
Linnea Landstedt
Johannes Lindström
Black Lodge Records
36:21
10.10.2014