Die “Ghost”-Single war letztes Jahr eine kleine Indie-Perle für Menschen, die THE SOUNDTRACK OF OUR LIVES vermissen, jetzt reichen die Brüder Erik und Martin Toresson ein zweites Album in diesem Stil ein und haben nach wie vor ein kleines Ass im Ärmel:
Gitarristin Johanna Hellqvist übernimmt gemeinsam mit Martin den Gesang, sodass sich dieser nicht wie so viele Kollegen androgyn geben muss, sondern seiner Kollegin die freundlich hellen Parts überlassen kann, während er selbst kernig knödelt (‘Lunar Escapade’). Dabei forcieren TYRED EYES diesmal den treibenden Charakter ihrer Kompositionen, sodass dröger Shoegaze wie ‘Backwards Of Impossible Germany’ die Ausnahme von der flotten Regel (‘Córdoba 1936’, das punkige ‘Deer Hunter’) darstellt.
Dank des rohen, aber dennoch guten Sounds lässt sich “Elevator” auch im Kontext Garage ansehen, nachzuhören in ‘Marble Homes, Granite Banks’und ‘Wasted Lies’, ehe ‘Love & Loss’, das Johanna besonders rau vorträgt, als Gesellenstück der Combo am Ende steht.
FAZIT: Nicht alle diese Stücke sind Hits, aber das ist für die Nachhaltigkeit von TYRED EYES umso besser.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.09.2014
Erik Toresson
Martin Toresson, Johanna Hellqvis
Martin Toresson, Johanna Hellqvis
Joel Bjurbo
Gaphals
33:25
12.09.2014