Mit ihrem zweiten Album versuchen sich die unter anderem aus den saarländischen Thrashern BANISHED FORCED hervorgegangenen ANCIENT GODS an einem systemkritischen Konzept und vergessen dabei, runde Songs zu schreiben.
“Forsaken Needs” ist bewusst düster und wohl eher unfreiwillig sperrig, woran Sänger Jens keine geringe Schuld trägt, da er sich jeweils halb auf Geschrei und gespreizte Melodien versteht. Die Instrumentalisten dümpeln zumeist im Midtempo herum und entschuldigen Ideenmangel mit beliebigen Stakkato-Riffs. Produktionstechnisch wie handwerklich liegt zwar alles im grünen Bereich, aber was prinzipiell im Stimmungsspektrum von FORBIDDENs vergessenem Juwel “Distortion” liegt, bietet kompositorisch eine nur magere Ausbeute. Das einer klaren Spannungskurve folgende ‘Who Can Tell’ und das ausnahmsweise treibende ‘Rotting In The Sun’ sind verhältnismäßige Lichtblicke auf einem zerfahrenen, überambitionierten und letztlich doch zu wenig sagenden Werk, das den Provinzmief nicht gänzlich abschütteln kann.
FAZIT: Midtempo-Thrash und überambitionierte Konzepte vertragen sich nicht, zumal sie schon für sich genommen Mist sind. ANCIENT GODS sind eine gute Band, tun aber gut daran, frei von der Leber weg zu zocken. Das machte BANISHED FORCE zum Beispiel zu einer ziemlich coolen Truppe, selbst für ihre Jugend seinerzeit.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.05.2015
Till Marx
Jens John
Manuel Biwer, Sascha Metz
Matthias Dahmen
Record Jet / Dr. Music
40:57
27.03.2015