Dass Andy Beley ein vielseitiger Jazz-Sänger ist, hat er bereits mit seinem letzten Album bewiesen. Das neue ist nicht ganz so schillernd, dafür aber intimer ausgefallen, wie der Titel schon andeutet.
Klassisches Material wie der Crooner "Who I am" oder "My child" steht opulenten Balladen ("And now these three remain", "Love is the answer") gegenüber, aber da ist noch mehr: "The seasons / Prague song", eine epische Klangreise durch urbane wie ländliche Gefilde, fällt zuallererst auf, und Bassist Rast'o Uhrik tut sich mit seinem bunten Spiel wiederholt hervor, insbesondere in den ruhigen Passagen sowie im zuerst behäbigen, dann forschen Titelstück, das wenig Text braucht, um zu berühren. Der italienische Bonustrack "Resta qui" hingegen steht stilistisch im Einklang mit dem poppig ausgelassenen "I still believe". Insgesamt begeht Belej einen Brückenschlag zwischen swingender Tradition und ein wenig Mainstream, der sich immerzu auch für Nicht-Jazzer eignet.
FAZIT: "Dreams And Ideas" besticht durch leicht greifbare Songs in akustischem Ambiente, geprägt von warmer Männerstimme und musikalischen Einflüssen aus dem mittelfrühen Vocal-Jazz sowie späterem, allgemeiner verbindlichem Stoff solcherart.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.01.2015
Hevhetia
38:50
05.01.2015