Auf der vierten Veröffentlichung von APPOLLONIA aus Bordeaux gibt es verfeinerten Stoner-Stoff zu hören, der über neun Songs hinweg Kurzweil versprüht, ohne revolutionäre Bäume aus der Erde zu heben.
Die Songs von "Dull Parade" fußen auf eingängigen Refrains, wobei die drei Mitglieder abwechselnd melodisch singen und kernig brüllen, ohne dass man gleich Sludge oder Core als Genre-Schubladen aufziehen muss. Die Kompositionen sind kurz und schräg gehalten wie jene mancher klassischen Noise-Combos, und klanglichen Zierrat fügen die Franzosen ebenfalls hinzu:
Thomas Laborde spielt beispielsweise Lapsteel im Opener "On A Bed Of Sulfur", wohingegen Ita Duclair von LE A bei "Anelace" mitsingt, einem betörenden Stück ohne latente Verzerrung. Der Heavy Indie-Rocker "To Study Lips" beruht wiederum auf einem Text von R. L. Hamilton, und das Doppel "Lights Out / Knives Out" erweist sich als rein instrumental.
DAs rasant drückende "Ammunitions Please" mit seinem umso harmonischeren Chorus und das zarte Finale "Welsh Rarebit" markieren die dynamischen Extreme, die licht arrangierten Tracks "Strange Blooms" und "Elizaberri" (Ohrwurm) die Höhepunkte dieses durchweg empfehlenswerten Albums.
FAZIT: Unterhaltsamer wie eigenständiger Stoner-Sound mit Post Rock- und Prog-Mehrwert.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.10.2015
Olivier Grivel
Vincent Méry, Olivier Grivel, Michaël Martin
Vincent Méry
Michaël Martin
Eigenvertrieb
40:32
25.09.2015