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Arena: The Unquiet Sky

Stil: Von Neo-Prog bis Hardrock

Cover: Arena: The Unquiet Sky

Endlich mal wieder so ein Moment der Überraschung. Eigentlich hatte ich nach den letzten Alben und der doch recht langen Funkstille ARENA längst abgeschrieben, doch dann hauen sie plötzlich dieses Horror-Album - allerdings nur aus Story-, aber nicht musikalischer Sicht - raus und verblüffen auf ganzer Linie. „The Unquiet Sky“ ist ein kleines Opus Magnum der Mannen um Mr. PENDRAGON-CLIVE-NOLAN, MARILLION-MICK-POINTER und IT BITES-JOHN-MITCHELL geworden, das orchestralen (Keyboard-)Bombast mit härteren E-Gitarren, progressiver Komplexität und einem düsteren Horror-Textkonzept, das auf der verfilmten Erzählung „Casting The Runes“ (Film: „Night Of The Demon“) von M.R. JAMES basiert, gelungen in sich vereint.

Auch scheint der seit dem schwachen, zu hardrockig-AOR-lastigem Vorgänger-Album „The Seventh Degree Of Separation“ (2011) neue Sänger PAUL MANZI sich endlich beeindruckend in seine Rolle hinter dem ARENA-Mikro einzufügen, woran die 2011er CD noch schwächelte, da er als guter Sänger mehr hart rockte als für den ARENA-Verehrer angemessen proggte.
Bereits das Eröffnungsstück „The Demon Strikes“, bei dem man allerdings auch den Eindruck hat, sich auf ein AYREON-Album verirrt zu haben, beweist auf ganzer Linie die ausgezeichneten härteren Vokal-Qualitäten Manzis, während das folgende „How Did It Come To This?“ auch seine Eignung als Balladen-Barden zum Vorschein bringt. So gesehen ein durchaus vokaler Bilderbuch-Start.

Allerdings ist es fragwürdig, ob ein Konzept-Album sich wirklich über 12 Songs, welche sich alle im zwei bis sechs Minuten-Rahmen bewegen, erstrecken müssen und offensichtlich untereinander abgegrenzt sind. Ausnahme bleibt dabei das finale „Traveller Beware“ mit knapp acht Minuten, welches sich allerdings ähnlich strukturiert wie die zuvor 11 kürzeren Song erweist.
„What Happened Before“ beginnt beispielsweise als eine Piano-Ballade im Stil von GENESIS, die sich dann in frühe GENESIS-Prog-Gefilde erhebt. Zuvor wurde allerdings der Titelsong als ziemlich straighter Rocker feilgeboten, wie insgesamt der größte Teil des Albums, der sich aus der mal härteren und mal ruhigeren Kombination von E-Gitarre, Keyboard und voluminösen Gesang präsentiert. Eine Kombination, die uns schon wohlbekannt und wohlbeliebt aus dem 2005er „Pepper‘s Ghost“ ist, damals allerdings noch mit ROB SOWDEN hinter dem Mikro.
„The Unquiet Sky“ jedenfalls ist die gelungene Fortsetzung des Geister-Albums, das als eins der besten in der Historie von ARENA gilt und dem nun eine 2015er Horror-Geschichte folgt.

FAZIT: Nach „Visitor“ und „Pepper‘s Ghost“ haben ARENA nunmehr mit „The Unquiet Earth“ das nächste Album zustande gebracht, das sich neben den fünf nur mittelmäßigen CDs würdig in die Reihe dieser beiden guten Alben einordnet. Welchen Platz es auf dem Treppchen einnimmt, möge jeder ARENA-Freund für sich entscheiden.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.05.2015

Tracklist

  1. The Demon Strikes
  2. How Did It Come To This?
  3. The Bishop Of Lufford
  4. Oblivious To The Night
  5. No Change Encounter
  6. Markings On A Parchment
  7. The Unquiet Sky
  8. What Happened Before
  9. Time Runs Out
  10. Returning The Curse
  11. Unexpected Dawn
  12. Traveller Beware

Besetzung

  • Bass

    Kylan Amos

  • Gesang

    Paul Manzi

  • Gitarre

    John Mitchell

  • Keys

    Clive Nolan

  • Schlagzeug

    Mick Pointer

Sonstiges

  • Label

    Verglas Music / Soulfood

  • Spieldauer

    55:41

  • Erscheinungsdatum

    08.05.2015

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