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Artweg: Drunk N High

Stil: Metalcore, Rap

Cover: Artweg: Drunk N High

Dass in den französischen Banlieues einiges im Argen liegt, wurde im Rahmen der Terrorakte in Paris im November 2015 am Rande wieder offenbar, und nicht wenige mittellose Jugendliche suchen ihr Heil in der Musik, was definitiv besser ist als die schiefe Bahn. Bei ARTWEG aus Épinay-sur-Seine nördlich der Hauptstadt weiß man nicht, wie es um den sozialen Status der Beteiligten bestellt ist, aber ihre Musik klingt unleugbar nach den Ghettos unserer Nachbarschaft, die längst mindestens genauso real sind wie jene in der Bronx oder anderswo in den USA.

ARTWEG ergehen sich wenig spritzig in Metalcore-Klischees, was PRO-PAIN-Flair in den besten Momenten versprüht, doch diese sind dünn gesät. Stattdessen gibt es ungelenken Sprechgesang am Rande des Rap, der wiederum zu keiner Sekunde Crossover-Potenzial besitzt und als "ArtCore" schönschubladisiert wird. Die beiden Sänger, die bemüht wütend zweisprachige Texte (Englisch, Französisch) vortragen, wirken durchweg unsympathisch, weil prollig, was zwar zur groben und stumpfen Musik passt, auf Dauer jedoch ermüdet, weil der Platte Dynamik fehlt.

Riffs aus dem PANTERA-Ausschusskatalog und wirre Bass-Slaps mit Schlagzeug-Sperrfeuer ("Nobody Crushes Me Down" und "Thanks For Nothing"; der Tieftöner muss auch im Tapping-Zwischenspiel "Evolution" sein Können beweisen, wobei die Band insgesamt mehr Melodien solcherart an anderer Stelle benötigt hätte) bei anhaltend hoher Schlag- und Volumenzahl können der Weisheit letzter Schluss nicht sein, selbst wenn man "voll aggro" drauf ist. Der Plastik-Sound (gerade die Drums) insgesamt setzt dem ganzen die Blechkrone auf.

Live macht das sicherlich eine Viertelstundelang Spaß, und das dramatische "Artweg" ist ebenso richtig gut wie der zackig flotte Stop-and-go "Never Again" und das das spannend aufgebaute "No Pain No Gain". Drei Songs also und als Tiefflieger "Drunk N High" (MOTÖRHEAD für Arme)? Das Fazit lautet:

FAZIT: Daumen runter, und da ARTWEG den Vergleich selbst bemühen: Hört besser BAD BRAINS, denn die waren/sind schlichtweg auch besser.

Punkte: 6/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.12.2015

Tracklist

  1. Human Bomb
  2. Tears from the Sky
  3. The Witnesses
  4. No Pain No Gain
  5. Thanks for Nothing
  6. Never Again
  7. Evolution
  8. Artweg
  9. Drunk N High
  10. Under the Pressure
  11. Nobody Crushes Me Down
  12. United for the Earth

Besetzung

  • Bass

    Merry

  • Gesang

    Mugen, Akonit

  • Gitarre

    Yero

  • Schlagzeug

    Crusty

Sonstiges

  • Label

    Eigenvertrieb

  • Spieldauer

    40:46

  • Erscheinungsdatum

    16.10.2015

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