Dieses Schweizer Duo aus der SHEVER-/PHASED-Keimzelle spielt schwarz angehauchten Sludge Doom, bei dem Abwechslung in puncto Tempo großgeschrieben wird und trotzdem nicht viel hängenbleibt, was an der wenig dynamischen Produktion von "Ilmasaari" liegt, aber auch dem zerfahrenen Songwriting geschuldet ist.
Hinzu kommt ein hörbar beschränktes Ausdrucksvermögen, denn ASHTARs motivische Ideen tragen sich nicht über bis zu 13 Minuten lange Stücke hinweg, zumal der weibliche Schreigesang wenig Raum für Variation zulässt, außer Madame flicht seltene Sprechparts ein. Am besten können die zwei Heavy-Künstler tatsächlich mit kurzem Atem, nähmlich dem garstigen Schleifer "She Was A Witch", dessen Ende betörend subtil-melodisch ausfällt, und dem gleichfalls kompakten "Moons", das hintergründigen Männergesang fast choraler Art zu Gehör bringt. PARADISE-LOST-Gedächtnis-Leads wie während des Abschlusses "Collide" hätte man ruhig häufiger einsetzen können, denn die Peaceville Three standen für "Ilmasaari" ganz klar eher Pate als der wütende Core-Schmuck, den amerikanische Genre-Bands gerne in ihren Doom mengen.
Letztlich bieten ASHTAR nur gefällige Szene-Musik ohne Anspruch auf übergreifende Wahrnehmung im harten, zähen Bereich, weil sie zu sperrig sind und eben nur Spezialisten bedienen. Das tun sie ungefähr durchschnittlich gut und mit Potenzial zu weit mehr als diesem etwas zusammenhanglosen Album.
FAZIT: Mit "Ilmasaari" ist ASHTAR ein allenthalben solider Einstand geglückt, der im Fahrwasser der Doom-Death bis -Black-Szene schippert, ohne merkliche eigene Akzente zu setzen. Das federführende Duo hat aber gewiss mehr auf dem Kasten, als sich hier vorerst nur andeutet.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.05.2015
Witch N
Witch N
Marco Lehtinen, Witch N
Marco Lehtinen
Czar Of Crickets
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24.04.2015