Hier gibt sich ein finnischer Newcomer als gefundenes Fressen für die wachsende Klientel alternativer Prog-Klänge preis: AT THE HOLLOW lassen sich auf “What I Hold Most Dear” nirgendwo einordnen und doch diesem Genre zuordnen, weil sie dessen Atmosphäre und Ethos aufgreifen.
Die Musiker aus Helsinki kehren verletzliche Innerlichkeit Hervor und erteilen dem Muckertum zugunsten emotionaler, aber nicht rührseliger Songs eine Absage. Ihre Kompositionen finden meistens auf unverzerrtem oder akustischem Fundament (arco gespielter Kontrabass, der erstaunlicherweise für die härtesten Momente des Albums verantwortlich ist) statt, holen mit fast bombastischen Chören und epischen Melodien aber dennoch weit aus.
In ‘Otherside’ oder ‘Second Time’, intim und ausladend zugleich, schwingt Hoffnung mit, ‘Watch & Learn’ ist ein Kinofilm ohne Bilder mit Geklingel sowie wenig Gesang, und das stille ‘Dead Memories’ entrückt den Hörer endgültig, während sich die Band völlig von Genre-Schubladen freispielt.
FAZIT: Schon jetzt einer der Newcomer 2015.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.03.2015
Juho Martikainen
Kalle Koo
Kalle Koo
Risto Järvelin
Spinefarm / Caroline
44:29
13.02.2015