Interessantes Liebesbekenntnis, das: die Münchner MOONBAND, seit je Garant für bessere Americana beziehungsweise europäischen Folk, als sie teilweise in den Ursprungsländern gestrickt werden, hat sich einen Winterabend lang Zeit genommen, um persönliche Favoriten vor Publikum darzubieten und für diese Scheibe mitzuschneiden. Herausgekommen ist ein intimes Zeugnis dessen, was man Band-intern zur Inspiration heranzieht.
Der allmächtige (?) Dylan ist mit "As I Went Out One Morning", "You Ain’t Goin’ Nowhere" und "Ring Them Bells" gleich dreimal vertreten, doch viel spannender ist das Drumherum: Gillian Welchs "Wayside (Back in Time)", Sufjan Stevens' "John Wayne Gacy, Jr." als düstere Mörderballade und "The Fisherman’s Blues" von THE WATERBOYS neben Patty Griffins zeitlosem "Long Ride Home".
Hinzu kommt zumindest für nicht Spezialisten Insider-Stoff wie Briten-Pionier Pete Mortons freundliches "Shadow of an Absent Friend", Colin Wilkies "You Won’t Get Me Down in Your Mine" oder "Red Dog in the Morning" von Tim O'Brien sowie Colin Wilkies "You Won’t Get Me Down in Your Mine" und die OSSIAN-/Willie-Mitchell-Nummer "The Road to Drumleman". Neugierig geworden? Zu Recht …
Auch wenn I AM KLOOTs berührendes "Proof" als einziges Stück eine kleine Überraschung darstellt, wird "Back In Time" seinem Titel gerecht, wächst aber auch darüber hinaus, denn wie bei den eigentlichen Alben der MOONBAND gilt: Ihr hier nicht ganz so üppig arrangierter Parforceritt klingt vor allem aktuell und darf die Zeiten überdauern.
FAZIT: Geschichtsstude in Sachen amerikanischer Wurzeln und britischer Folklore, dargeboten von leidenschaftlichen Musikern vor dankbarem Publikum.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.05.2015
Lo Gravity
Eugen Mondbasis, Chris Houston, Katerina Kirková
Eugen Mondbasis, Chris Houston, Katerina Kirková
Chris Houston
Elena Rakete
Millaphon / Broken Silence
46:56
15.05.2015