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The Perc: Electric Kindergarten, Rarities Vol. 6

Stil: Underground

Cover: The Perc: Electric Kindergarten, Rarities Vol. 6

THE PERCs sechster Kindergarten befindet sich zwar nicht im inneren Kreis der Hölle, aber tief in der Garage beziehungsweise darunter. Down in the sewer, wo es rumpelt und pumpelt und 39 CLOCKS zum SUICIDE geschlagen werden.

Die instrumentalen Stücke sind purer Industrial, rein in die Schrottpresse und wieder raus, die gesungenen sind purer Rock’n’Roll wie er in den Steinbrüchen italienischer Endzeitfilme im Mad Max-Gefolge gespielt wird. Gefangene werden nicht gemacht beim Tribut an Don van Vliet. Der Sound ist roh, verzerrt, Höhen und Tiefen sind eine bloße Ahnung, hier herrscht das gepresster Gegreine eines Punks auf der Flucht, billige klingende Synthies, die Deadman‘s Boogie spielen.

Erinnert sich noch jemand an den mysteriösen NASH THE SLASH, der mehr Verbandsmaterial verbrauchte als der Unsichtbare und die Mumie zusammen? Ohne Violine, in einen Kühlschrank gequetscht und ein billiges Mikrophon hinterher geschmissen? „Stay tuned“. Klar. Das machen wir doch gerne.

Hartgesottene im Hohlraum werden sich wohlfühlen in dieser Episode des elektrischen Kindergartens, alle anderen wenden sich entsetzt ab, ob des Mantra-artigen Blechbüchsengesangs zu den Flatulenzen eines Roboters. Dass THE PERC Humor hat, wissen wir schon lange. Hier wird er auf die Probe gestellt. Ob sie bestanden wird, liegt an der Offenheit des Publikums und den Kühen im Nebel. Someone kills for that, someone dies.

In entsprechenden Momenten ein geiles Album. Aber selbst mein eigentlich verlässlicher CD-Player verweigert zwischendurch die reibungslose Zusammenarbeit. Ein Fall für Wunderwarzenschwein.

FAZIT: For Fans only. Und Interessenten am German Underground, weit unterm Gullydeckel. Und alle Freunde der 39 CLOCKS. Und jene, die wissen, the future is uncertain and the end is always near. Die „Trout Masque Replica“ mehr als einmal im Jahrzehnt auflegen und von Iggy Pop und Alan Vega im Darkroom träumen. Also doch so einige.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.07.2015

Tracklist

  1. KÜHE IM NEBEL - "Guts & Lyrics - 10 Jewels Of Trash & Punishment"
  2. The Gull
  3. Heartbeat
  4. Seven Pints Of Beer
  5. Moneymaker
  6. Cows In Fog Boogie
  7. Radio Of Pain
  8. Rain Bow Bow
  9. Dwarf
  10. Chemical Industry
  11. Heart Of The Hurricane
  12. KÜHE IM NEBEL - "Snips Of A Non-Career"
  13. Pain And Pleasure
  14. Tango Fandango
  15. Helloween
  16. Big Boy
  17. Chemical Industry II
  18. Cowboy Song

Besetzung

  • Gesang

    The Perc, OWI

  • Gitarre

    The Perc

  • Keys

    The Perc

  • Schlagzeug

    The Perc, Krupper, Theo von Thyssen

  • Sonstiges

    The Perc (tapes), Krupper, Theo von Thyssen (writing machine), OWI (drum machine, mouth harp, flute)

Sonstiges

  • Label

    Freiland/Shack Media

  • Spieldauer

    71:55

  • Erscheinungsdatum

    15.07.2015

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