Hier preist mal wieder jemand eine eierlegende Wollmilchsau an: THE SCENES sollen Brücken zwischen Hardcore und Progressive Rock schlagen und sind am Ende doch nur eine kunstvolle Indie-Band, allerdings zugegebenermaßen eine gute.
Das Sextett strickt teils aufwändige Arrangements und spielt virtuos auf, wirkt aber beinahe allseits kompakt; ein bisschen viel Geschwurbel kehren nur ‘Mythopoesis’ und das Intro-mäßig rauschende Titelstück hervor. Generell lässt sich die Truppe irgendwie mit MUSE vergleichen, bloß im Indie-Korsett, wovon vor allem das wavige ‘Disagreement’, das simple ‘Purple’ und die minimalistische Ballade ‘Perpetual Sunburst’ zeugen.
Richtig toll sind offengestanden nur ‘For It’s A World Where Love & Confusion Reign’ und ‘Anorexia Is Boring’, das kratzigen Art Pop bietet, wie ihn TALK TALK seit je eine Rockband gewesen. Das darf man diesen Finnen durchaus bescheinigen, ziehen sie doch hier und dort gepflegte Lärmwände hoch.
FAZIT: “Beige” ist ein abwechslungsreiches Album mit einigem Leerlauf das eine junge Band auf dem Weg zu einem originellen Stil zeigt. Kirche im Dorf, und alles ist gut.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.03.2015
Matias Haataja
Konsta Koivisto
Miki Liukkonen, Atte Loponen
Joni Seppänen
Olli Vimpari
Joni Seppänen (Saxofon)
Island / Cargo
39:56
13.03.2015