Aus der populären Abteilung „Schwedische Musiker mit Erfahrung versammeln sich zur gemeinsamen Neuorientierung“ präsentieren wir Ihnen heute: THE SUMMIT.
220 VOLT (Mats Karlson), EASY ACTION, HOVEN DROVEN (Björn Höglund), MARMALADE SOULS (Michael Klemmé) und ATHENA (Lars Ericsson) sind die bisherigen Stationen der Protagonisten, die man aber nicht zwingend alle kennen muss. Wer dies doch tut, dürfte „Higher Ground“ gedanklich bereits im Bereich des melodischen Hardrocks einsortiert haben und wird mit der Eröffnungsnummer „Turn It Off“ dann auch gleich bestätigt. Spätestens wenn bei „W.O.W“ die Hammondorgel zum Einsatz kommt, kann das Quartett dann auch das erhoffte Classic-Rock-Siegel einfahren, mit dem ihr Debüt beworben wird.
Als wären durch die kantenfreien Gesangslinien und die recht weiche Stimme von Mats Karlsson die Übergänge zum AOR nicht sowieso stets fließend, schwenkt man danach mit „One Way Highway“ und „Circle The Sun“ aber erst mal komplett in die Plüschabteilung. Kann man machen, zumal die Herrschaften auch hier eine gute Figur abgeben, allerdings bedarf es dem Flaschenöffner, den man netterweise dem Digipak als Gimmick beigelegt hat, dafür eher nicht. Erst zu „The Calling“, einem Rocker im WHITESNAKE-Stil, und beim ebenfalls wieder saftigeren „Water To Wine“ kann man ihn wieder gebrauchen.
Davon ab werden in Hälfte zwei zu Songs wie „Only Human“, „Not My Country“, „The Higher Ground“ und „All Die Young“ aber dann doch vorrangig süße Cocktails gereicht. Nicht schlimm, schmeckt ja auch (in Maßen), muss einem nur vorher gesagt werden. Dann lässt man zur nächsten Party von THE SUMMIT die Lederjacke gleich zu Hause.
Ach du liebe Zeit: Die digitale Version enthält noch einen Bonustrack („The Way Down“), der auf der CD nicht enthalten ist. Voll retro und im Sinne des Classic Rock auch, wo soll das bloß hinführen...
FAZIT: Die wiedererstarkten EUROPE haben kürzlich vorgemacht, wie Classic Rock aus Skandinavien heutzutage klingen kann. THE SUMMIT machen Anstalten, sich auf die Fährte ihrer Landsmänner zu begeben, bevor sie ernsthaft in deren Sichtweite kommen, verheddern sie sich aber in ihrem Bestreben, möglichste viele Geschmäcker zu befriedigen. Als Ergebnis wird man weder als Classic-Rocker noch als AOR-Begeisterter so richtig satt.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.08.2015
Lars Ericsson
Mats Karlsson, Michael Klemmé
Mats Karlsson, Michael Klemmé
Björn Höglund
Pride & Joy Music
39:34
04.09.2015