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Third Eye Blind: Dopamine

Stil: Pop Rock/Alternative

Cover: Third Eye Blind: Dopamine

Album Nummer fünf, sechs Jahre nach dem mediokren „Ursa Major“. THIRD EYE BLIND haben sich Zeit gelassen und bis auf Sänger/Gitarrist Stephan Jenkins und Drummer Brad Hargreaves personell verändert. Das neue Line-Up wirkt gegenüber dem Vorgänger tatsächlich wie auf „Dopamine“ und bietet bekömmlichen Pop Rock. Kleine Dramedien, eher vergnüglich als traurig, eher gefühlig als wütend. Zum Einstieg gibt es THE CURE in modern und leichtgewichtig, die Absenz von Weinerlichkeit tut „Everything Is Easy“ gut, der stadiontaugliche Mitsingrefrain, von denen THIRD EYE BLIND einige auffahren, nervt allerdings eher als zum mehrmaligen Hören und Mitsingen einzuladen.

„Shipboard Cook“ beginnt mit klaren, akzentuierten Klavierläufchen, auch davon besitzt „Dopamine“ etliche, bevor es sich wieder hymnisch aufschwingt. Ganz nett, aber wie der Rest der Platte ziemlich State of the Spätneunziger. Danach wird das Tempo gedrosselt und zur akustischen Gitarre trällert Stephan Jenkins im Falsett eine Semiballade, rhythmisch, robust mit leichtem BEATLES-Touch und Nu-Folk Anklängen. Von denen beim Tanzbodenkracher "Rites Of Passage" kaum was übrig bleibt, dafür wird launig gepfiffen und die Gitarren dürfen ein bisschen schmetternden Krach machen. Kleine Reminiszenz an die eigene Vergangenheit.

„Dopamine“ steigert sich während seines Verlaufs. Besonders gelungen sind Songs wie „Blade“ oder „Say It“ , die sich nach flehentlich-intensivem Beginn in dezent lichtere Höhen aufschwingen, ohne in quietschebunten Bubblegumblasen zu zerplatzen. Stattdessen werden zumindest kurz die schneidenden Gitarrensaiten gezupft, bevor es mit „All these Things“ wieder streichelschön wird.

Mangelnde Abwechslung kann man dem Album nicht vorwerfen, Mut zum Risiko aber auch nicht. Das ist freundliche Kopfnickermusik für Helmträger, die in der zweiten Hälfte etwas kantiger und auf angenehme Weise romantischer wird, was zum Ablegen des Helms führt, aber nicht dazu, die üppig ausstaffierte Wohlfühl-Sicherheitszone zu verlassen.

FAZIT: „Dopamine“ wirkt wie das Album einer Boy-Band, die in jene Jahre gekommen ist, in denen man sich ernsteren Dingen zuwendet. Trotzdem erinnert man sich noch an die fluffigen Melodien von einst, die so vollmundig klangen, heimelige Refrains besaßen und niemand wehtaten. Die Wildheit und Düsternis der ganz frühen, rebellischen Tage ist eh weg und hat großen Gesten und Sinnieren bei Kerzenschein Platz gemacht.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.11.2015

Tracklist

  1. Everything Is Easy
  2. Shipboard Cook
  3. All The Souls
  4. Dopamine
  5. Rites Of Passage
  6. Back To Zero
  7. Something In You
  8. Get me Out Of Here
  9. Blade
  10. All These Things
  11. Exiles
  12. Say It

Besetzung

  • Bass

    Alex LeCavalier

  • Gesang

    Stephan Jenkins

  • Gitarre

    Kryz Reid,Stephan Jenkins

  • Keys

    Alex Kopp

  • Schlagzeug

    Brad Hargreaves

Sonstiges

  • Label

    Megaforce/Soulfood Music

  • Spieldauer

    47:26

  • Erscheinungsdatum

    30.10.2015

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