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Tim Bowness: Stupid Things That Mean The World

Stil: Einschläfernder Traum-Prog

Cover: Tim Bowness: Stupid Things That Mean The World

Worin besteht die Gemeinsamkeit zwischen den zwei letzten Veröffentlichungen aus dem Hause InsideOut?
Ganz einfach: beide Alben, das hier besprochene von TIM BOWNESS und das andere, in Kürze ebenfalls hier besprochene von SPOCK‘S BEARD, wecken mit dem ersten Song hohe Erwartungen und echte Vorfreude auf den musikalischen Rest, aber lassen dann - von ein paar Ausnahmen abgesehen - immer stärker nach und erfüllen bei weitem nicht alle geschürten Erwartungen.

Manchmal gehört zu den „einfachen Dingen, welche die Welt ausmachen“ natürlich auch die Musik, deren Einfachheit allerdings nicht mit Eintönigkeit gleichgesetzt werden sollte, so wie wir es leider auf dem aktuellen Bowness-Album „Stupid Things That Mean The World“ erleben müssen. Wenn man TIM BOWNESS singen hört, dann geht es einem manchmal wie in der Geschichte vom hässlichen Entlein, das zum schönen Schwan wurde. Nur im Falle von Bowness‘ Gesang ist es umgekehrt. Anfangs hinterlässt diese zarte, manchmal etwas weinerliche, die Ohren des Hörer regelrecht umschmeichelnde Stimme einen hervorragenden Eindruck. Doch im Laufe der gut 40 Album-Minuten beginnt diese „Gleich“tönigkeit und die nur selten wechselnden Höhen oder Stimmlagen zu langweilen oder in den schlimmsten Momenten, wie bei „Where You‘ve Always Been“, „Know That You Were Loved“ und „Everything You‘re Not“, zu nerven.
„Everything But You“, bei dem Bowness nur „Ha“ singt, ist dagegen schon ein Kracher mit gelungener JETHRO TULL-Atmosphäre. Ein ähnlicher Kracher eben wie „The Great Electric Teenage Dream“, der das Album eröffnet und durch ein schönes Gitarrensolo von ROBERT FRIPP, bombastische und atmosphärische Klanglandschaften sowie wirklich geile Schlagzeug-Kombinationen von PAT MASTELOTTO hervorsticht. Auch „Press Reset“ rockt ungewöhnlich drauflos und der Gesang von TIM BOWNESS überzeugt hierbei wohl gerade darum, weil er in den harten Sequenzen stark verfremdet und verzerrt wird.

Insgesamt aber klingt vieles auf „Stupid Things That Mean The World“ nach PORCUPINE TREE mit angezogener Handbremse bzw. eben nach dem typischen NO-MAN-Sound. Ein Motor, der sich warmläuft, aber nur ganz selten mal an Tempo aufnimmt. „Stupid“ - das passt auch zur Musik dieser CD, auf der sich leider viel zu oft die Instrumentalteile der Stimme anpassen, wobei es nur selten richtig angenehme „Ausbrecher“ gibt. Wahrscheinlich wurde gerade darum beim stärksten Song der Scheibe „Press Reset“ gleich Bowness‘ Stimme mit verfremdet.

Gelungen sind auch die ausgiebigen Einsätze der Streicherfraktion, so lange sie nicht im Schmalztöpfchen stecken bleibt, wobei ganz besonders der Geigerin ANNA PHOEBE hervorsticht.

Der Gesamteindruck von „Stupid Things That Mean The World“ besteht vordergründig aber doch nur aus gepflegter Langeweile, die mehr einschläfert als neugierig macht.

FAZIT: Das dritte Solo-Album von TIM BOWNESS ist wieder nicht mehr geworden als ein behäbiges oder beliebiges NO-MAN-Album, auf dem der Name BOWNESS steht, obwohl fast die komplette Band daran beteiligt ist und sogar ROBERT FRIPP und PHIL MANZANERA auftauchen, die dieser „Stupid“-Scheibe aber auch nicht viel Leben einhauchen können.

Punkte: 7/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.09.2015

Tracklist

  1. The Great Electric Teenage Dream
  2. Sing To Me
  3. Where You‘ve Always Been
  4. Stupid Things That Mean The World
  5. Know That You Were Loved
  6. Press Reset
  7. All The Escapes
  8. Everything You‘re Not
  9. Everything But You
  10. Soft William
  11. At The End Of The Holiday

Besetzung

  • Bass

    Colin Edwin

  • Gesang

    Tim Bowness

  • Gitarre

    Michael Bearpark, Bruce Soord

  • Keys

    Stephen Bennett

  • Schlagzeug

    Andrew Booker

Sonstiges

  • Label

    InsideOut Music

  • Spieldauer

    42:59

  • Erscheinungsdatum

    20.07.2015

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