Deutscher "Liedermacher" mit englischsprachigem Mainstream-Flair: Mit "Awake" ist Tom Rankenburg quasi die Underground-Version von Kollegen wie John Mayer oder Jack Johnson, vor denen er sich natürlich in mancher Hinsicht verstecken muss, aber eine Schande ist dieses Album vor dem gegebenen Hintergrund beileibe nicht.
Tom ömmelt nicht immer nur im Viervierteltakt durch die Gegend wie so viele (Beispiel Titelstück) und trägt seine naiven Texte mit Herzblut vor, gleichzeitig da ihm seine Zuarbeiter an den Instrumenten abseits der Gitarre einen zuweilen dichten Teppich legen. Das intim sporadische "Winter's Calling" und der genauso dargebotene Standard "Greensleeves" zum Abschluss stehen dabei üppig gestrickten Stücken ("Cover My Way") gegenüber, wobei Rankenburg auch ein bisschen Stilwilderei betreibt. Beispiel dafür? Die Reggae-Parts von "Carry Me On".
Überraschungen bietet "Awake" generell jedoch nicht. Das Balladen-Metier ist Rankenburgs Hauptbaustelle, immerzu freundlich bis entrückt ("Don't") und was die Rhythmusgruppe betrifft manchmal leicht statisch. Lockerheit, das wünscht man sich für die kommende Scheibe, doch ansonsten ist alles im grünen Bereich.
FAZIT: Charmante Singer-Songwriter-Scheibe aus der heimischen Oberliga.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.03.2015
Eigenvertrieb
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03.04.2015