Doom/Sludge die Hundertste: TOMBSTONES sind nicht erst seit gestern dabei, haben allerdings dem, was Electric Wizard mit Hipster-Bonus salonfähig gemacht haben, nichts hinzuzufügen, außer mehr austauschbaren Riffs, mehr Geschrei und mehr längeren Songs.
Dass sie ihre norwegischen Wurzeln angeblich irgendwie auf “Vargariis” freilegen wollen – Sind es die kurzen Blastbeats in ‘Oceans Of Consciousness’ als Black-Metal-Referenz? –, ist nicht zu hören und letzten Endes auch unerheblich, wenn die Musik an sich so gleichgültig zurücklässt. Klar, live dröhnt und rappelt die Kiste bestimmt ordentlich, und ein wenig verstehen die Musiker auch vom Spiel mit der Dynamik, doch hängen bleibt von diesen fantasielosen Stücken genauso wenig wie von all ihren bisherigen.
FAZIT: Auf diese Weise gespielt ist Doom keine zeitlose Kunst, sondern gänzlich austauschbar. TOMBSTONES langweilen seit jeher mit ihrer aufs Notwendige gekürzten Ausdeutung des Stils und legen ein weiteres kreatives Armutszeugnis vor. "Vargariis" ist Unter-ferner-liefen-Musik für Spartenhörer in einer ganz engen Nische.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.12.2015
Christian Helstad
Bjørn-Viggo Godtland, Christian Helstad
Bjørn-Viggo Godtland
Markus Støle
Soulseller / Soulfood
45:34
23.10.2015