Auf seiner vierten Soloscheibe zeigt sich der ehemalige Sänger von TNT und SHY richtig stark, und Plüsch findet nur am Rande statt. Ob dies daran liegt, dass Tony Mills dem Tod infolge eines auf Tournee erlittenen Herzinfarkts nur knapp von der Sichel gesprungen ist, wissen wir nicht, aber das spielt objektiv gesehen auch keine Rolle.
Genau, objektiv betrachtet "Over My Dead Body" (aha …) eine Menge kraftvollen Stoff, wobei man nicht einmal bis zum düsteren "No Love Lost" an vierter Stelle springen muss. Schon "28 Flights" ist gar unverhohlen metallisch, und mit dem orientalischen, RAINBOW-Flair versprühenden "Gate 21" sowie dem epischen Hardrock von "My Death" sind zwei weitere Hochkaräter vertreten. Melodische Schmeichler wie "Time Won’t Wait" und "Northern Star" (STRATOVARIUS klangen lange nicht mehr so kernig) passen trefflich in dieses Bild und ergänzen es.
Das Ballädchen "We Should Be On By Now" mit seinen vokalistischen QUEEN-Anwandlungen, die man auch in der "Bitter Suite" hört, ist zudem nur ein Beweis dafür, mit welcher Klasse auf dem Album arrangiert wurde. Geht es zum Schluss hin, nämlich ab dem bombastischen "4 In The Morning", greift Mills ziemlich deutlich in die 1980er zurück, was einen leisen Eindruck von "die Luft ist raus" erweckt, aber dennoch: überdurchschnittliches Werk, das.
FAZIT: Mit je einem Bein in melodischem Rock und härteren, fast proggigen Gefilden fühlt sich Tony Mills momentan sehr wohl. Hoffen wir, dass es auch gesundheitlich so bleibt.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.04.2015
Battlegod / H'Art
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20.02.2015