Wiener Schmäh, so nennt man das wohl … Mit Major-Label-Unterstützung punken die Österreicher TURBOBIER poppig durch den deutschsprachigen Musikbetrieb und treten dabei in keinen der erwartbaren Fettnäpfe. Vielmehr wirkt das Ganze sympathisch, wurde mit reichtlich Energie inszeniert und bietet ein Dutzend eingängiger Stücke für Menschen, die einfach nur Spaß haben wollen. Das mag der Bahnhofspennerbasis zu brav sein, ist aber musikalisch spritzig und inhaltlich witzig, also abseits dieser oder jener Agenda in jeder Hinsicht stichhaltig.
Textlich geht alles es von heiterer Feierstimmung bis zu eher leutseliger Feuerzeug-Schwenker wie "Hånd in Hånd" oder "Kontrollverlust", wobei das Tempo fast immer hoch bleibt und mit "I hoss olle Leit" stilistisch in die Rock'n'Roll-Mottenkiste gegriffen wird. Dass "Irokesentango" insgesamt recht eintönig flott ist, macht angesichts der knappen Songs überhaupt nichts aus, und sowieso ist man froh, mal kein ätzendes Kumpeltum nebst ONKELZ-Außenseiterkrampf ertragen zu müssen. Deutsch geht auch anders, und um das zu beweisen, braucht es anscheinend unsere werten südlichen Nachbarn.
FAZIT: TURBOBIER spielen ordentlichen, harmlosen Pop Punk mit Mundart-Texten, nicht mehr und nicht weniger.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.07.2015
Baz Promüü
Marco Pogo
Doci Doppler
Fredi Füzpappn
Warner
34:23
12.06.2015