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Twentyone Pilots: Blurryface

Stil: Crossover Pop

Cover: Twentyone Pilots: Blurryface

2009 erschien das Debüt des amerikanischen Duos TWENTY ONE PILOTS, mit der dritten Veröffentlichung „Vessel“ landeten sie 2013 bei einem Major-Label. „Blurryface“ ist Album Nummer Vier und besitzt in seiner bunten Vielfalt einen gemeinsamen Nenner: Pop! says the man with the flower gun.

Wenn es ein Gegenkonstrukt zu einem Konzeptwerk gibt, dürfte „Blurryface“ dem nahekommen. Der Einstieg präsentiert Tyler Joseph und Josh Dun als rappende PRODIGY-Sprösslinge; doch bevor es ernst, wild und gefährlich wird, löst sich „Heavydirtysoul“ in Wohlgefallen auf. Der gerappte Trommelfeuerrhythmus verklingt, der Tanz um die hippe Disco-Kugel wird eröffnet.

So geht es munter weiter, elektrifizierter Reggae wird des Öfteren gegeben, gelegentlich mit einer Prise Hip Hop verziert („Blurryface“). „Hometown" ist reiner Electro-Pop, so eine Art PET SHOP BOYS 2.0, während das finale, vom Piano dominierte, „Goner“ dem verlockend lodernden ARCADE FIRE huldigt. Zwischendurch werden killermäßige Dancefloor-Hymnen vorgetragen, von dezentem Alternative Rock zu euphorischem Pop hin- und herpendelnd. Das ist beschwingt, sinnlich, ganz selten setzt sich eine leichte Nachdenklichkeit durch („Fairly Local“, mit Chor, Synthiegeigen und vielen ohohohs, „Groner“).

Die Lyrics auf „Blurryface“ sind flamboyantes Gepose („no messin‘ with the message-man“) und in ihrer vorwitzigen Ungeniertheit ganz ulkig. Das Album ist ein knallbunter Gemischtwarenladen, dessen Auslagen eine gewisse Beliebigkeit aufweisen, die allerdings verführerisch glitzert. Denn die TWENTY ONE PILOTS haben ein Gespür für einnehmende Kopfnicker-Rhythmen und –Melodien mit Hitpotenzial. Höchst vergnüglich und weder Hirn noch Herz beleidigend. Na gut den Kopf ein bisschen. Eigentlich müssten die Charts gefüllt sein mit Songs der Band. Wenn das denn eine Bedeutung hätte.

FAZIT: Das „Blurryface“ hat viele Facetten und leuchtet im Dunkeln. So wie die bunten Lichter an Kirmes-Fahrgeschäften. Einsteigen und ab geht die wilde Sause. Wobei dieses „wild“ relativ zu sehen ist. Eher etwas head-spinning-round-and-round-mäßig und manchmal geht’s rückwärts. Dank genau kalkulierter Fahrlänge, Beschleunigung und Bremsmomente besteht kaum die Gefahr, dass einem schlecht wird. Man vergisst nur manchmal, in welcher Attraktion man zuletzt mitgefahren ist.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.06.2015

Tracklist

  1. Heavydirtysoul
  2. Stressed Out
  3. Ride
  4. Fairly Local
  5. Tear In My Heart
  6. Lane Boy
  7. The Judge
  8. Doubt
  9. Polarize
  10. We Don't Believe What's On TV
  11. Message Man
  12. Hometown
  13. Not Today
  14. Goner

Besetzung

  • Bass

    Ricky Reed, Mike Elizondo, Mike Crossey

  • Gesang

    Tyler Joseph, Josh Dun, Mike Elizondo, Ricky Reed

  • Gitarre

    Mike Elizondo

  • Keys

    Tyler Joseph, Mike Elizondo, Mike Crossey

  • Schlagzeug

    Josh Dun

  • Sonstiges

    Tyler Joseph (ukulele), Danny T. Levin (euphonium, trombone, trumpet), David Moyer (flute, sax), Tim Anderson (programming, synthesizer)

Sonstiges

  • Label

    Warner Music

  • Spieldauer

    52:25

  • Erscheinungsdatum

    15.05.2015

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