Mit ihrem Modern-Metal-Gemisch haben sich ANNISOKAY längst einen Namen in der nationalen Szene gemacht, und ihre Refrains empfehlen die Musiker aus Halle sowie Leipzig durchaus auch für höhere Weihen im Ausland. Dass ihr Stoff arg berechenbar klingt, schließt solchen Erfolg schließlich nicht aus.
Stakkato-Riffs, ätherisch-melodische Refrains und hintergründiges Flirren (Gitarren? Keyboards?) machen das aktuelle Album der Gruppe zu einem typischen Metalcore-(natürlich nach neuerem Verständnis dieses Stils)-Produkt. Fette Breakdowns stehen genauso auf dem Programm wie der geläufige Brüll-Kreisch-Dualismus, den die Sänger Dave und Christoph souverän hinkriegen.
Stücke wie der Opener 'Loud' mit seinem Shout-Chorus oder das hymnische 'Hourglass' scheinen gezielt auf Massenanimation ausgelegt zu sein, wobei die obligatorische Ballade zwar fehlt (der letzte Track 'The Last Panet' kommt dieser Disziplin phasenweise am nächsten), dadurch aber wiederum Gleichförmigkeit forciert wird. Licht (für Genre-Liebhaber) und Schatten (nüchtern betrachtet) liegen wie so oft dicht beieinander.
Gäste - NODEs Marcus Bridge ('Smile' - stärkster Song der Scheibe) und Christoph von Freydorf von EMIL BULLS im Schlüsselstück 'Thumbs Up, Thumbs Down' runden den abgeklärte Handarbeit bietenden Teller ab.
FAZIT: Kommerzieller Zeitgeist-Alternative mit ein paar ganz derben Ausschlägen hinsichtlich des Härtegrades - ANNISOKAY fehlt ein wenig die eigene Kennung, aber Freunde von allem zwischen DEADLOCK, CALIBAN und SYBREED - um nur drei Gruppen aus diesem Einheitsdesign zu nennen - dürften begeistert sein.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.10.2016
Norbert Rose
Christoph Wieczorek, Dave Grunewald
Philipp Kretzschmar, Christoph Wieczorek
Nico Vaeen
Long Branch / SPV
40:33
04.11.2016