Asgar Tesgau ist seit gut einem Vierteljahrhundert hauptamtlich Drummer der vorzüglichen dänischen Band KASHMIR (kaufen, hören, lieben). In den letzten elf Jahren entstanden jene Songs, die er jetzt für sein Soloalbum „Phonetics“ verwendet. Techau selbst spielt Gitarre und singt, das Trommeln überließ er unter anderem Jesper Lind, KASHMIR-Kollege Mads Tunebjerg übernahm den Bass. Woraus man erahnen kann, dass sich „Phonetics“ nicht wahnsinnig weit vom Repertoire der Stammband entfernt.
Warum auch? Die Musik KASHMIRs ist auch nach vielen Jahren noch ein sprudelnder Quell leicht melancholisch angehauchter Freude. Techgaus Songs sind introspektiver, vertrauen auf die Wirkung einzelner Töne und dem, was dazwischen geschieht. Herbststimmung im besten Sinne, wie sich auch große Elegiker wie THE BLUE NILE beherrschen, aber beschwingter, mit verhaltenem Optimismus weitergetrieben durch charmante Refrains und verspielte Miniaturen als instrumentale Höhepunkte.
„Phonetics“ ist genau das richtig Album in dieser Zeit. Von sacht angerissenen Gitarren beherrscht, gebettet auf dezenten Rhythmen, in einem warmen Fluss feinnerviger Keyboardklänge. Voller anheimelnder Melodien, leicht verhangen, nachdenklich, zärtlich, ein bisschen traurig, aber immer mit dem Versprechen, dass es vielleicht doch irgendwann wieder gut wird.
FAZIT: „Phonetics“ ist ein von Anfang bis Ende, leider etwas kurz geratenes, funkelndes Feuerwerk. Das mehr Wert auf kunstvoll irisierende Farbspiele am nächtlichen Himmel als auf den großen Knall legt.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.11.2016
Mads Tunebjerg
Asger Techau
Asger Techau, Kasper Kaae, Claus Arvad
Allin Bang
Jesper Lind, Tim Christensen
ArtPeople
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15.04.2016