Den Preis für den schlechtesten Modegeschmack (Cowboyhüte, Sonnenbrillen und Ledermäntel) haben diese Finnen schon von vornherein sicher, während sich ihre Musik als zweckmäßige Konfektionsware erweist, die in erster Linie auf die Klientel von Helloween, Gamma Ray und Unisonic abzielt.
Gerade die Gesangsmelodien von Frontmann Ian könnten von Hansen oder Kiske ersonnen worden sein, während das Songwriting auf ASTRALIONs zweiten Album gehobenen Ansprüchen genügt. Die Band hat einen leicht progressiven Stil kultiviert, der sich in bis zu zehn Minuten langen Kompositionen äußert (‘The Great Palace At Sea’, der Höhepunkt zum Schluss mit wirklichen Knaller-Hooks und Piratenflair ohne Kitsch).
Kompositorisch hat das Quintett viele Register gezogen, die das Gros ihrer Kollegen gar nicht über dem Genre-Manual finden würden, wodurch sie “Outlaw” zu einer akustischen Weltreise machen kann, die von Deutschlands kühlem Norden zu den orientalisch verzierten ‘Ghosts Of Sahara’ führt und schließlich bei der Nachbarschaft (Stratovarius, höre ‘Sacrificed & Immortalized’) vorbeischaut.
FAZIT: Fürs Label LMP sind ASTRALION somit die perfekte Band und haben es allein aufgrund ihrer Qualität verdient, unter Fans des freundlich melodischen Stils bekannt zu werden. Darüber hinausgehen kann es nur, doch darauf spekulieren die Herren sicherlich auch gar nicht.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.06.2016
Dr. K. Lundell
Ian E. Highhill
Hank J. Newman
Thomas Henry
Arnold Hackman
LMP
58:40
10.06.2016