Auch wenn sich CUTTING THE TIES hörbar darum bemühen, ihren obligatorischen Wechsel aus melodischem Gesang und Grunzen bis Keifen in origineller Weise durchzuziehen, bleiben sie alzu sklavisch im Metalcore-Nimbus stecken. "Dead Thoughts. Dead Heart." ist beileibe kein Zeugnis von Orientierungslosigkeit, zeigt aber eine noch junge Band, die bereits in eier Sackgasse angekommen ist.
Und dabei mögen die "richtigen" Vocals markanter klingen (und in Szene gesetzt worden zu sein; keine Spur von typisch amerikanischer Blasiertheit, was die Produktion betrifft) als die Growls … Breakdowns mit Ansage sowie Electro-Parts, deren Zweck sich abseits der Effekthascherei nicht erschließt, sprechen eine deutliche Sprache, was den dürftigen Ideenschatz der Musiker betrifft. 'Memories', ein unverzerrtes und ausschließlich melodisch vorgetragenes Stück, wirkt in diesem Zusammenhang wie aus reiner Verlegenheit geboren.
Hier wurde nach schon einer Viertelstunde (spätestens) alles gesagt, was über die doppelte Länge hinweg in seiner Abgeschmacktheit nachgerade aggressiv macht. Ob das im Sinne von CUTTING THE TIES gewesen ist, als sie diese Stücke schrieben?
FAZIT: Die neue Schule, in der CUTTING THE TIES die Bank gedrückt haben, ist ein alter Hut. "Dead Thoughts. Dead Heart." bietet handelsüblichen Zuckerbrot-Peitsche-Metalcore oder wie auch immer man es sonst nennen mag, kompositorisch wie spielerisch fest auf dem Boden des für überregionale Exposure notwendigen Fertigkeiten stehend, aber Internationalität, geschweige denn Unterscheidbarkeit selbst im beschaulichen Rahmen? No.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.11.2016
Maximilian Wald
Markus Maier, Alexander Krumpl, Maximilian Wald
Alexander Krumpl, Christopher Hribar
Markus Breitenlacher
Eigenvertrieb
28:25
04.11.2016