Albin Julius hat sich bis zuletzt nicht mehr in die Stilkarten schauen lassen, was mit dem famosen “The Story Of The Digging Of The Hole” begann, sich mit “The End Of The Beginning” fortsetzte und soweit in “The Cosmic Trigger” endete. “Joyride” stellt nun Gefährtin Marthynna, die schon lange zur Stammbesetzung von DBATICOTLH gehört, als alleinige Sängerin ins Schlaglicht, während die Musik einen starken Hang zu krautigem Electro bezeugt.
Das Album klingt mit Fokus auf flächigen Synthesizer-Soundscapes bisweilen wie eine Hommage an den verstorbenen Edgar Froese (‘Mighty Might’), bloß eben mit schrulligem Frauengesang. Julius steckt das Feld innerhalb dieses Rahmens allerdings weit ab, angefangen bei andeutungsweise hypnotischem Space Rock (‘Sea Of Love’) über noisige Momente wie in ‘Falling Out Of Time’ und ‘Innocent’ hinweg zum schlichten Drone von ‘Resume!’. Das Kollektiv zeigt sich zudem epischer als zuletzt wie im achtminütigen Abschlussstück, das alle Charakteristika des Albums klammert, oder in Form des nach dem Mittleren Osten klingenden Percussion-/Gitarren-Psych ‘Cold Freedom’, dem eingängigen Höhepunkt des Albums, bei dem SIEBENs Matt Howden Geige spielt.
Konsens ist dabei freilich auch diesmal nicht herausgekommen, aber die Basis weiß Bescheid; der Rest schiebt Blumenkind Albin vermutlich weiterhin fälschlicherweise in die martialische, braun angehauchte Ecke und verpasst etwas.
FAZIT: DER BLUTHARSCH sollten sich längst als visionäres Musikerkollektiv etabliert haben, aber provokative Altlasten klingen eben lange nach. Unabhängig davon sollte man "Joyride" verhaften, falls man es nicht längst getan hat, und auch der jüngeren Kollaboration von Albun mit WOLVENNEST lauschen
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.09.2016
Hau Ruck!
55:32
16.10.2015