Da sind sie wieder, die ewigen CANNIBAL-CORPSE-Nacheiferer DERANGED aus dem in diesem Fall sehr hässlichen Schweden. Die musikalische Metal-Tradition ihrer Heimat schwingt bei dieser Band auch nach längerer Sendepause nur im Ansatz mit, denn "Struck By A Murderous Siege" ist wie alle seine Vorgänger nichts weiter als brutaler US Death Metal mit technischer Note und - leider ebenfalls wie seit je - austauschbaren Songs.
In puncto Gitarren regiert einmal mehr die Rob-Barrett oder Pat-O'-Brian-Schule: Tremolo-Riffs und atonale Solos in einem fort, sodass man die Übergänge zwischen den "Songs" kaum bemerkt. Dazu ein Corpsegrinder-mäßiger Stottergesang und eben nur ein Viertel des kompositorischen Feingefühls der Originale. Tatsächlich gefallen in erster Linie die langsameren Passagen, die DERANGED gleichwohl nie einen ganzen Track lang durchhalten.
FAZIT: Auch "Struck By A Murderous Siege" ist ein schwaches Jedermann-Brutal-Death-Album mit starkem Bezug zur Florida-Szene, aber wie üblich bei DERANGED ohne eigene Handschrift. Das schwache Songwriting gibt letztlich den Ausschlag für einen nach unten ausgestreckten Daumen.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.11.2016
Andreas Johansson
Anders Johansson
Thomas Ahlgren
Rikard Wermén
Agonia / Soulfood
32:34
28.10.2016