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Discharge: End Of Days

Stil: Hardcore / Metal

Cover: Discharge: End Of Days

Halbe Stunde Fratzenklatsch - DISCHARGE geben sich mit drei Vierteln der originalen Klassiker-Besetzung die Ehre beim metallischen Branchenriesen, rücken aber kein bisschen von ihrem urbritischen Stil ab, mit dem sie als eine der ersten Truppen überhaupt den Hardcore-Boden in Europa bestellten. "End Of Days" verbreitet alte Parolen mittels alter Musik, aber das muss so, und anders möchte es niemand - weder der eingefleischte Fan (der jetzt im Schnitt auf die 60 zugehen müsste) noch die Jugend, die das Genre gerade wiederentdeckt.

Gutes wird ja sowieso nicht alt, und die Engländer waren bzw. sind ja auch für die Szene seltene Crossover-Vertreter, weil sie mit ihrem immer noch rockigen Stil starke Spuren nicht nur in der Punk-Subkultur hinterließen. Proto-D-Beat wie "Raped And Pillaged" (MOTÖRHEAD fallen die Treppe hinunter oder so) hörte man im Laufe ihrer Karriere immer wieder von DISCHARGE und daraufhin von zahllosen Crust-Kapellen, wohingegen sich der frühe Grindcore ihrer Heimat (NAPALM DEATH) ebenfalls stark von ihnen beeinflusst sah.

Dennoch hört man gerade als Jungspund praktisch nichts so Extremes auf "End Of Days", dieser textlich bewusst apokalyptisch gehaltenen Scheibe. Vielmehr zeichnen sich DISCHARGE heuer vielleicht so deutlich wie selten zuvor durch Solos en masse aus. Ferner erhöhen subtil trickreiche Gitarrenharmonien die Griffigkeit der immerzu kurzen Kompositionen (bis drei zählen die Haudegen nicht, wenn es um Minuten geht) und lassen die Hörzeit wie im Flug vergehen.

Am Ende handelt es sich bei diesem vermeintlichen Fanal gegen die (immergleichen) Missstände auf Erden zwar um ein Lippenbekenntnis in Ermanglung alternativer Perspektiven unter den Machern (Hunde, wollt ihr ewig rocken? - Ja, wir können sonst nichts!), doch als solche funktioniert die Platte dann prima.

FAZIT: Hardcore, Brit-Style, hübsch urig und trotzdem differenziert produziert, liebevoll komponiert und im Gegensatz dazu impulsiv dargeboten. Eingedenk der Erfahrung von DISCHARGE ein Idealfall? Für die Szene definitiv.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.04.2016

Tracklist

  1. New World Order
  2. Raped And Pillaged
  3. End Of Days
  4. The Broken Law
  5. False Flag Entertainment
  6. Meet Your Maker
  7. Hatebomb
  8. It Can’t Happen Here
  9. Infected
  10. Killing Yourself To Live
  11. Looking At Pictures Of Genocide
  12. Hung Drawn And Quartered
  13. Population Control
  14. The Terror Alert
  15. Accessories By Molotov (Part 2)

Besetzung

  • Bass

    Tezz

  • Gesang

    JJ Janiak

  • Gitarre

    Bones, Rainy

  • Schlagzeug

    Dave

Sonstiges

  • Label

    Nuclear Blast / Warner

  • Spieldauer

    33:53

  • Erscheinungsdatum

    29.04.2016

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