DISSECTOR haben einige Gäste eingeladen, um dieses Album zu verwirklichen: Marios Iliopoulos von NIGHTRAGE, den ehemaligen CHARON-Gitarristen Lauri Tuohimaa, Jorn Nord von NORDJEVEL und sogar den Deutschen Marcel Staub von SAMARAH, um nur einige zu nennen. So viele Klampfer verderben den Brei nicht, den die Russen anrühren. Bis zum Gourmet-Pudding ist es aber noch weit hin.
"Planetary Cancer" hoppelt konventionell zwischen Thrash und Death Metal herum, wobei es handwerklich wie zu erwarten auf gehobenem Niveau zugeht. Der Klang der Scheibe ist eher suboptimal, das Songwriting höchstens durchschnittlich, und das Ideenmaterial üppig wie wenig zwingend, schon gar nicht auf der melodischen Ebene.
Hier fehlen DISSECTOR nämlich jene markanten Tonfolgen, die packende Hooks gewährleisten, wobei man überraschenderweise skandieren muss, dass gerade Yan Fedyaevs Stimme, ein subtil harmonisches Heisern, für atmosphärischen Schmiss sorgt. Wäre der rein musikalische Unterboden facettenreicher und nicht so leicht zu durchschauen, könnte man die Scheibe Freunden der mittleren ALCHEMIST empfehlen. So genügt es nur für überkommen wirkende METALLICA-Zitate, wie dem Trio überhaupt die US-Westküste ein anstrebenswertes Ziel zu sein scheint.
FAZIT: Engagiert gezockter, kompositorisch nur im handelsüblichen Schnitt liegender Thrash Metal mit ein paar Ausflügen in tödlichere Gefilde, gänzlich ungefährlich und nicht mit dem nötigen Biss ausgestattet. Liebenswert ja, notwendig auf breiterer Ebene nein.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.08.2016
Oleg Aleshin
Yan Fedyaev
Yan Fedyaev
Andrey Glukhov
Eigenvertrieb
45:33
05.08.2016